Blütenreich und Nachtschatten
Es muss kein Nachteil sein, wenn auch das Auge sich an Sängern erfreuen kann. Karrieren freilich, bei denen die Optik der Akustik den Rang abläuft, haben sich häufig als prekär erwiesen – obwohl man mit Künstlerinnen wie Anna Netrebko oder Elina Garanca in dieser Hinsicht auch Glück hatte. Oder mit Kate Royal, deren Familienname wie die Erfindung eines Werbemanagers klingt, aber durchaus echt (und bürgerlich) ist.
Ihre Mutter war Model, und dieses Gen hat sich auch bei Kate ausgewirkt – man verglich die Britin schon mit Carla Bruni oder Catherine Zeta-Jones, und der «Stern» überschlug sich: «Schmale, langgliedrige Eleganz, eine lässig ebenmäßige Schönheit mit langen dunklen Locken, braune Raubtieraugen, Sex-Appeal, leicht unterkühlt, smart, wortgewandt...» Doch, Gott sei Dank, auch begabt mit einer attraktiven Stimme, einem lyrischen Sopran von fülligem Timbre und leuchtendem Klang. In ihrem feinen Album «A Lesson in Love» (EMI) kann sie diese lyrischen und klanglichen Möglichkeiten quer durch das Blütenreich abendländischen Liedschaffens schön entfalten – mit Kompositionen von u. a. Schubert, Schumann, Wolf, Liszt, Brahms und Strauss, Debussy, Ravel, Fauré und Duparc, Bridge, ...
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Opernwelt April 2011
Rubrik: Medien/CDs, Seite 26
von Gerhard Persché
«Partenope», Händels 27. Oper, ist ein vergnügliches Liebesverwirrspiel, bei dem es selbst dem aufmerksamsten Zuschauer schwerfällt, immer auseinanderzuhalten, welcher der drei Freier – Arsace, Armindo oder Emilio – um die Hand der legendären antiken Königin Partenope bei den gleichermaßen amourösen wie kriegerischen Verwicklungen gerade im Vorteil ist. Richtig...
Längst hat die Musikwissenschaft das Musiktheater der Gegenwart als lohnendes Forschungsobjekt entdeckt. Das umfangreiche Buch von Claudia di Luzio ist schon die zweite Dissertation zu den Bühnenwerken von Luciano Berio (nach Ute Brüdermann, «Das Musiktheater von Luciano Berio», Frankfurt/M., Peter Lang 2007). Beide Autorinnen haben wesentlich dieselben Quellen...
Dieser Platz trägt seinen Namen zu Recht: Stille herrscht auf dem Friedensplatz vor dem Anhaltischen Theater. Die gleiche Stille, die inzwischen in so vielen ostdeutschen Klein- und Mittelstädten zur Regel geworden ist. Auch Dessau ist zu groß für diejenigen, die geblieben und nicht nach Bayern oder Baden-Württemberg abgewandert sind. Abends belebt sich der Platz,...
