Antikes Ambiente
Die Stadt, welche die Römer «Felicitas Julia» nannten und in der (fast) immer die Sonne scheint, besinnt sich neuerdings wieder auf ihre glückliche Vergangenheit. Sogar das Teatro Nacional de São Carlos scheint sich, obwohl finanzielle Zwänge immer noch wie ein Damoklesschwert über der Kompanie hängen, von der Sparpolitik der letzten Jahre zu erholen.
Beispielhaft zeigt sich dies in der aktuellen Neuproduktion von Strawinskys «Oedipus Rex». Optisch dient Lissabons römisches Theater als Inspiration.
Durch einen auf halber Strecke eingezogenen Prospekt mit aufprojizierter scenae frons hat man die Bühnenrückwand nach vorn verlagert. Darin drei Pforten. Nur Ödipus darf die mittlere durchschreiten; hier formiert sich der Chor in drei Reihen zum menschlichen Säulengang. Zwei Seitenpfade – einer verläuft parallel zum Proszenium, einer diagonal – ergänzen den Hauptsteg zum trivium, an dessen Scheitelpunkt alle entscheidenden Begegnungen stattfinden.
Regisseur Ricardo Pais gelingt hier ein Muster mystisch-strenger Eleganz und Ökonomie. António Lagartos Bühne prägen Graustufen und düstere Lichtstimmungen, während in den Kostümen Anleihen aus der mykenischen Ikonografie, ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Manuel Pedro Ferreira
Wie wahr und wie prophetisch, was Shakespeare seinen Macbeth sagen lässt: «Life is a tale, told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing.» Als hätte er den amerikanischen Wahlkampf 2016 vorweggenommen. Oder den Mann mit dem Fliegenbärtchen in den 1930er-Jahren. Oder viele andere populistische Heißluftballone, denen die Knetmasse Volk nachlief...
Obwohl ihre sängerische Laufbahn über vier Jahrzehnte währte und sie eine Vielzahl von Aufnahmen hinterlassen hat, ist der Name der großen kanadischen Altistin Maureen Forrester (1930-2010) wohl nur noch Kennern ein Begriff. Auf der Opernbühne hat sie nur wenige (allerdings markante) Spuren hinterlassen; ihre Welt war das Konzertpodium. Seit der Begegnung mit...
Ein Hang zur Edelfolklore regional gefärbter Evergreens erfreut sich besonders unter Tenören großer Beliebtheit. Luciano Pavarotti wurde es in Italien dennoch verübelt, dass er bei «Torna a Surriento» oder «’O sole mio» den neapolitanisch weichen Zungenschlag nur unzureichend imitierte. Wer Jonas Kaufmann auf seinem neuesten Album «Dolce Vita» hört, dem wird...
