Abschiedsstück

Frankfurt, Beethoven: Fidelio

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Paolo Carignanis letzte Premiere nach neun Jahren als GMD der Frankfurter Oper stand unter keinem guten Stern. Vor der «Fidelio»-Premiere hatte sich der Dirigent nicht nur von der ihm angeblich aufgezwungenen Produktion distanziert – offenbar wäre ihm eine Verdi-Oper zum Abschied lieber gewesen. Obendrein stellte er mit drastischen Worten öffentlich klar, dass das Verhältnis zu Intendant Bernd Loebe zerrüttet sei. Hinzu kam, dass die für «Fidelio» vorgesehene Regisseurin Christina Paulhofer aus Krankheitsgründen ihre erste Opernarbeit noch vor Probenbeginn abgeben musste.

So geschah es, dass der Bühnenbildner Alex Harb mit der szenischen Realisierung des Konzeptes betraut wurde –  eine Aufgabe, die ihn schlicht überforderte.
Dagegen besitzt Harbs karger, gelb leuchtender, auch zur Decke hin geschlossener Raum durchaus Entschiedenheit. Zwei Stühle, eine Metallbank in der Mitte – das ist alles. Auf der Bank kauert ein Mann mit Kapuze und Kopfhörern, in sich verkapselt brütet er vor sich hin: Es ist Florestan. Den ganzen Abend über ändert sich dieser Klaustrophie erzeugende Raum kaum, nur die Intensität des Lichts variiert. Harb freilich scheitert an der Aufgabe, das Gefangensein jedes ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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