866 Millionen
Am 6. Juli 2016 erschien auf der Facebook-Seite von Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz ein Foto. Er spielzeugklein, als Scherenschnitt am hochgebirgigen, wellenförmig geschwungenen Dachhorizont der Elbphilharmonie, darüber nur noch der Himmel. Der Bild-Kommentar: «Schöne Aussichten». In diesem Moment, knapp 100 Meter über dem Boden der Hansestadt, dürfte der SPD-Politiker auf- und durchgeatmet haben.
Geschafft, endlich! Gemeinsam mit Kultursenatorin Barbara Kisseler hatte Scholz 2012 das Armdrücken mit dem Baukonzern Hochtief und den weltbekannten Star-Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron aus Basel gewonnen. Danach ging es wieder voran mit dem Thema Elbphilharmonie.
Scholz und Kisseler hatten eine lange überfällige, allerdings teure Neuordnung der Verträge erreicht. Zumindest in dieser Hinsicht konnte der Skandal «Elbphilharmonie» im Rathaus zu den Akten gelegt werden; eben dorthin, wo sich die Unterlagen aus zwei Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen stapeln. Wie viel wann wo und durch wen weshalb falsch ausgegeben wurde, wird sich wohl nie genau klären lassen, da das Projekt drastische Veränderungen durchlaufen hatte und die Kosten und Ursachen ...
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Opernwelt Jahrbuch 2016
Rubrik: Chronique scandaleuse, Seite 65
von Joachim Mischke
Im Jahr 2013, da war die Komische Oper Berlin für ihre erste Saison unter seiner Leitung gerade zum «Haus des Jahres» gewählt worden, sagte Barrie Kosky im Interview mit dieser Zeitschrift, auf der Bühne müsse «nicht immer alles bunt oder schrill sein», es stimme keineswegs, dass «überall Pailletten funkeln» und «Lederkerle herumlaufen» müssten: Die deutsche...
Was hier Mensch ist und was Tier, wer Mann und wer Frau, bleibt in dämonischem Dunkel. Normales Maß gilt nicht mehr in dieser Todeslandschaft. «Kalter Glanz» fällt auf «Vogelleichen», aus deren Grabhügel ragt «eine Menschenhand». Barrie Kosky und Teodor Currentzis gelang in Zürich ein im Wortsinn atemraubender «Macbeth» (OW 6/2016).
Eine exemplarische Produktion:...
Dass die Berliner Lindenoper und das Theaterensemble am Kölner Offenbachplatz dringend saniert werden mussten, steht außer Frage. Eine neue Konzerthalle für Hamburg – auch sie war überfällig. Und niemand wird bestreiten, dass es bei den maroden Gebäuden der Städtischen Bühnen in Frankfurt und Augsburg akuten Handlungsbedarf gibt. Wenn diesmal vorwiegend...
