L'inquiétude au monde
Ja, so kann es wohl klingen, das «Unbehagen über den Zustand unserer Welt». Pascal Dusapin spricht davon im Zusammenhang mit seiner neuen Oper «Penthesilea», in der er quasi zu sich selbst gekommen sei, wie er der Journalistenrunde mit leisem Lachen sagt: Auch die früheren Opern seien Versuche gewesen, eine «Penthesilea» zu schreiben, aber erst jetzt sei tatsächlich eine «Penthesilea» dabei herausgekommen. Es habe schon niemand mehr daran geglaubt.
Postmoderner Pessimismus herrscht in diesem Stück.
Es ist nichts geblieben von der blitzenden Herrlichkeit, der wilden Pracht, mit der in Heinrich von Kleists Versdrama die Königin der Amazonen und der Pelidensohn Achilles im Kampf aufeinandertreffen. Die freudige Vorbereitung des Rosenfests, der Liebesnacht, in der die Amazonen sich rituell mit ihren Gefangenen vereinen, um die Zukunft ihres Stammes zu sichern und dann die Männer freizulassen: Sie fehlt in Beate Haeckls elliptischer Textfassung. Die Berichte von Gefolgsleuten, die vom Edelmut und der Gefühlsfülle der Antipoden zeugen, sind auf ein Minimum zusammengestrichen. Was bleibt? Die totale Sinnlosigkeit eines Krieges, bei dem es um nichts Größeres mehr geht als um die ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Wiebke Roloff
Eingekürzte «Zauberflöten» oder Kinderfassungen des «Freischütz» sind ja ganz nett. Aber den gewachsenen Ansprüchen an die Kinderoper genügen sie nicht. Und Humperdincks «Hänsel und Gretel» erscheinen doch langsam – pardon, das ist nicht hexenfeindlich gemeint – ein wenig ausgebrannt. Neue Stücke müssen her. Stücke, die den Zeitgeist treffen und einem jungen...
Chaos tobt um das Theater der größten Stadt Mecklenburg-Vorpommerns. Als sei das Volkstheater Rostock durch die Entscheidung, das Ballett und die Opernsparte auszu-
lagern, nicht schon genug gebeutelt, setzte der parteilose Oberbürgermeister Roland Methling auch noch den Intendanten vor die Tür, der gerade damit begonnen hatte, das Haus wieder in Schwung zu bringen....
Wenn es tagt, dann wendet sich auch der König der Sonne zu. Der Helligkeit, der Kraft, der Erkenntnis. Ein finales Dur-Aufgischten markiert die Lösung des inneren Konflikts, die Läuterung, das Heraustreten aus dem bisherigen Sein – und den Gegenpol zur dunklen Verführung zuvor. Eine Apotheose, in Nürnberg allerdings ein kurzer Schreckensmoment. Ein Scheinwerfer...
