Pixelshow am Abgrund

Die mobilen, digitalen Anamorphosen von Adrien Mondot und Claire Bardainne verbinden Tanz mit interaktiven Projektionen und begeistern ein breites Publikum. Der Ursprung liegt in der Jonglage.

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Die digitale Revolution hat die gestalterischen Möglichkeiten der Theaterbühnen um ein Vielfaches erweitert. Das gilt auch für visuelle Verwirrspiele zwischen Realität und optischen Täuschungen. In der BTR 4/2021 stellten wir die Anamorphosen des Architekten François Abelanet und der Szenografin Nadia Lauro vor, die statischer Natur sind, sodass ihr Effekt stark vom Standpunkt des Betrachters abhängt. In Lauros Bühnenbildern entsteht ein Bühnenboden, der sich scheinbar wölbt und somit eine reale Hügellandschaft ersetzt.

Doch das ist mitnichten ein simples Sparmodell, das die Bühnenausstattung vereinfacht. Es geht vielmehr um einen Weg, ganz besondere Effekte zu erzeugen, ästhetische Wirkung zu entfalten und die Sinne der Zuschauer zu verwirren: Ist das, was wir sehen, wahr oder eine Illusion? Der aktuelle Stand der Datenverarbeitung erlaubt inzwischen, einen Schritt weiter zu gehen. Neuere, der digitalen Welt entspringende szenische Illusionsmaschinerien bieten aus jeder Perspektive den perfekten Blick und sind zudem selbst mobil. Sie reflektieren auf der Bühne das Potenzial und die Wandlungen einer Gesellschaft, die sich zunehmend auch im Alltag in Richtung eines hybriden Gebildes ...

Thomas Hahn lebt in Paris und arbeitet dort als freischaffender Journalist. Für die BTR schreibt er über die Themen Multimedia, Bühnenbild, Akustik und Theaterbau.

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BTR Ausgabe 1 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 26
von Thomas Hahn

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