Akustische Szenografie
Wie erreicht man sein Publikum mit welchen Klängen? Wie lassen sich ein visuelles Erscheinungsbild und eine Klangidentität entwickeln? Sounddesigner Jan Paul Herzer und Architekt Max Kullmann sehen in der klanglichen Gestaltung von Räumen großes Potenzial – sei es beim Planen und Einsetzen von Klang in der Öffentlichkeit oder in Ausstellungen und Museen. Ihre Anregungen richten sich insbesondere an Szenografen und Ausstellungsplaner.
Das Medium Klang wird immer wieder unterschätzt und viel zu spärlich als Gestaltungsmittel eingesetzt.
Dabei sind die Möglichkeiten bewusster Klanggestaltung immens und können eine beachtliche Wirkung entfalten. Der visuellen, greifbaren Welt ist viel hinzuzufügen, wie das Beispiel einer Filmtonspur zeigt, die dem mühsam beleuchteten Bild eine Tiefe und eine subtile, immanente Botschaft hinzufügt: Ein Auto fährt entlang einer Küstenstraße. Wir hören ein ruhiges Klavierstück in Dur. Das ist wohl ein entspannter Ausflug ins sonnige Wochenende? Ein Auto fährt entlang einer Küstenstraße. Wir hören das „James Bond“-Thema. Das ist wohl die Jagd auf Dr. No? Etwas anspruchsvoller als die (zugegebenermaßen geniale) Konditionierung des Kinopublikums mit ...
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BTR Ausgabe 2 2018
Rubrik: Thema: Licht & Ton, Seite 22
von Jean Paul Herzer und Max Kullmann
Vom Dekor zum Bühnenraum als dramaturgisch gestaltendes Element: Der am 13. Februar verstorbene Wilfried Minks hat in den Sechzigerjahren die Kunst des Bühnenbilds neu erfunden. Leere weiße und offene Räume, in denen auch die bildende Kunst Einzug hielt, waren eine Herausforderung für die Schauspieler und oftmals eine Provokation für die Zuschauer. Wilfried Minks...
Zu dieser Spielzeit startete der neue Intendant Anselm Weber mit einem ehrgeizigen Spielplan. Neben aktuellen Stücken wurde die Frage „Was hat Shakespeare uns heute noch zu sagen?“ in zwei Inszenierungen beleuchtet, „Richard III“ und „Romeo und Julia“. Für beide schuf der Bühnenbildner Stéphane Laimé ganz unterschiedliche Bühnenräume, in beiden Inszenierungen aber...
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts veränderte die Entwicklung der elektrischen Beleuchtung die Bühnenbilder rasant. An diesem Umbruch wirkte auch Allround-Künstler Alexander von Salzmann mit, der zugunsten der Bildungsanstalt Hellerau von 1913 bis 1915 vier Patente für Beleuchtungskonzepte anmeldete.
Anlässlich des Tanzfestivals „Rekonstruktion der Zukunft – Raum,...
