Überleben und Vergnügen
Es herrscht Stille auf der großen Open-Air-Bühne in Erfurt an diesem Samstagvormittag: Das Café „Momus“, ein historisches Café im Quartier Latin, ist noch geschlossen, doch die Requisite hat im Inneren des umgebauten Containers schon alles vorbereitet. Dicht an dicht stehen Flaschen, Gläser, Kuchen und Obst auf Tischen und Regalen. Noch ist das 36-m2-Mansardenzimmer leer, in der Leuchtschrift „La Bohème“ auf dessen Rückwand fehlt allerdings eine Glühbirne, nicht ohne Grund, verrät Christian Stark, der Technische Direktor, beim Gang über die Bühne. „Im 1.
Akt wird sie von einem Sänger ersetzt, natürlich unterwiesen und unter Berücksichtigung der fünf Regeln der Elektrotechnik, ein omnipräsenter Ort für eine Arie.“ Im Laufe des Opernabends wird das Zimmer mithilfe eines Mecanum-Wagens in verschiedene Positionen fahren. „Der 2,5 t schwere Wagen hinterlässt auf den 255 m2 ‚Vorbühnenfläche‘ trotz mehrerer Turtelrollen Spuren auf dem Belag. Während der fünf Wochen Proben und Vorstellungsbetrieb mussten einige Platten ausgetauscht werden. Ein Boden aus Multiplexplatten wäre standhafter gewesen.“ Mit dem 16 Meter hohen Stahlturm à la Eiffel oberhalb der Stufen wird die Bühne zum „Erfurter ...
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BTR Ausgabe 5 2025
Rubrik: Festivals und Produktionen, Seite 20
von Iris Abel
Der Düsseldorfer Hofgarten, eine grüne Oase, grenzt an die beliebtesten Einkaufsstraßen der Landeshauptstadt. Hier befindet sich auch das Düsseldorfer Schauspielhaus und in unmittelbarer Nähe dazu, inmitten des Parks, das Theatermuseum Düsseldorf mit seinem Hauptstandort, dem Hofgartenhaus. Das Gebäude im Barockstil wurde im Jahr 1770 zur Zeit des Kurfürsten Karl...
Samstagabend in Ulm: Aufgeregte Grüppchen in Schlaghosen und Glitzerröcken gehen zu den Shuttle-Bussen zur Wilhelmsburg. Trotz des bedeckten Himmels tragen sie überdimensionale Sonnenbrillen im Stil der 1970er-Jahre. Kein Zweifel, die Jugendlichen haben sich für das Musical „Saturday Night Fever“ in Schale geworfen, um die Disco-Ära wieder aufleben zu lassen.
Weltb...
Wohl kaum ein anderer Regisseur hat seine so deutlich sichtbar eigene Ästhetik entwickelt wie Robert, genannt Bob, Wilson. Im Laufe seiner über 50-jährigen Karriere wurde sie zu einer Art Markenzeichen, das ihm alle Türen der internationalen Theater und Opernhäuser öffnete. Er gestaltete alle Elemente seiner Produktionen selbst. Regie, Bühne, Licht, Ton und Kostüme...
