Überleben und Vergnügen
Es herrscht Stille auf der großen Open-Air-Bühne in Erfurt an diesem Samstagvormittag: Das Café „Momus“, ein historisches Café im Quartier Latin, ist noch geschlossen, doch die Requisite hat im Inneren des umgebauten Containers schon alles vorbereitet. Dicht an dicht stehen Flaschen, Gläser, Kuchen und Obst auf Tischen und Regalen. Noch ist das 36-m2-Mansardenzimmer leer, in der Leuchtschrift „La Bohème“ auf dessen Rückwand fehlt allerdings eine Glühbirne, nicht ohne Grund, verrät Christian Stark, der Technische Direktor, beim Gang über die Bühne. „Im 1.
Akt wird sie von einem Sänger ersetzt, natürlich unterwiesen und unter Berücksichtigung der fünf Regeln der Elektrotechnik, ein omnipräsenter Ort für eine Arie.“ Im Laufe des Opernabends wird das Zimmer mithilfe eines Mecanum-Wagens in verschiedene Positionen fahren. „Der 2,5 t schwere Wagen hinterlässt auf den 255 m2 ‚Vorbühnenfläche‘ trotz mehrerer Turtelrollen Spuren auf dem Belag. Während der fünf Wochen Proben und Vorstellungsbetrieb mussten einige Platten ausgetauscht werden. Ein Boden aus Multiplexplatten wäre standhafter gewesen.“ Mit dem 16 Meter hohen Stahlturm à la Eiffel oberhalb der Stufen wird die Bühne zum „Erfurter ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 5 2025
Rubrik: Festivals und Produktionen, Seite 20
von Iris Abel
Da steht er, der kleine lapidare Nebensatz gleich im ersten Absatz von § 40 der Versammlungsstättenverordnung, der jede und jeden Verantwortliche:n für Veranstaltungstechnik aufhorchen lassen sollte: „(1) Jede oder jeder Verantwortliche für Veranstaltungstechnik muss mit den technischen Einrichtungen der Versammlungsstätte vertraut sein und deren Sicherheit und...
Sophie Diesselhorst: Benjamin Schultz, Sie stehen als Sounddesigner in der Besetzungsliste von Benedikt von Peters Inszenierung „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Deutschen Oper Berlin. Was genau waren Ihre Aufgaben in dieser aufwendigen Produktion, in der das ganze Operngebäude bespielt wurde?
Benjamin Schultz: Ich war natürlich in erster Linie dafür...
In den wohl wärmsten Tagen dieses Sommers trafen sich ca. 40 Inspizientinnen und Inspizienten in der Staatsoper Stuttgart, um sich über ihren Beruf auszutauschen und sich zu vernetzen. Die Themen dieses Kongresses waren wieder so vielfältig, wie es unsere Arbeitsplätze und unsere Aufgabenbereiche sind. Ein Schwerpunkt war die Planung, Entwicklung und Bedienung von...
