Spiel mit Symbolen
Bei der Umsetzung der Oper „Carmen“ am Saarländischen Staatstheater hat sich das künstlerische Team – ausgehend von der Beschäftigung mit der Novelle Prosper Mérimées und dem Originallibretto des Stücks – gegen eine Romantisierung der Oper entschieden. Es war dem Regieteam ein Anliegen, im Stück enthaltene Brüche zu finden und die sich daraus ergebenden Ambivalenzen auszuhalten. Dabei wurde weder über die vorhandenen Abgründe hinweggesehen, noch wurden diese folkloristisch verharmlost. Die Titelfigur Carmen wird in ihrer prekären Lebenssituation ernst genommen.
Ihre mutig eingeforderten Bedürfnisse und Sehnsüchte werden dabei nicht als übernatürliche Hexerei einer Femme fatale mystifiziert, sondern von dieser Art männlicher Zuschreibung befreit gezeigt.
Regisseur Jan Eßinger nutzt die Klischees und unterschiedlichen Erwartungshaltungen an das Werk, um den Mythos Carmen zu hinterfragen. Gerade bei einer Oper, deren Musik man so gut kennt, war es dem Team wichtig, auf diese Weise die bekannten Melodien in der Reibung mit der Inszenierung neu erfahrbar zu machen. Dabei kommt eine sinnliche, aber nicht unbedingt naheliegende Bilderwelt zum Tragen. Das Kostümbild von Benita Roth ist ...
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BTR 6 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 26
von Iris Abel
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Zeithistorische Ausstellungen Rück- und Ausblicke
von Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.) 424 Seiten, 334 farbige u. 21 s/w Abbildungen, 16,8 × 24 cm Hardcover. ISBN 978-3-7356-0801-7 Kerber Verlag, Bielefeld/Berlin 2022 EUR 39,90 / CHF 49,00
Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland legt nach über 35 Jahren...
Theater in Uelzen
Das Theater an der Ilmenau in Uelzen lud anlässlich seiner Wiedereröffnung Ende September zu einem Tag der offenen Tür. Im Theater der Hansestadt ist die Bühnentechnik erneuert worden. Technisch und räumlich entspricht sie nun modernen Standards. Künftig können auch aufwendige Inszenierungen gezeigt werden und vielfältige Nutzungen sind möglich....
