Spiel mit Symbolen

Die Oper „Carmen“ feierte Mitte Juni 2022 am Saarländischen Staatstheater Premiere. Georges Bizets Werk gehört zu den meistgespielten Opern, auch weltweit. Das künstlerische Team in Saarbrücken näherte sich dem Opernstoff mit einer unkonventionellen Bildersprache. Zu dieser Interpretation gehörte auch der effektvolle Einsatz von Pyrotechnik auf der Bühne

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Bei der Umsetzung der Oper „Carmen“ am Saarländischen Staatstheater hat sich das künstlerische Team – ausgehend von der Beschäftigung mit der Novelle Prosper Mérimées und dem Originallibretto des Stücks – gegen eine Romantisierung der Oper entschieden. Es war dem Regieteam ein Anliegen, im Stück enthaltene Brüche zu finden und die sich daraus ergebenden Ambivalenzen auszuhalten. Dabei wurde weder über die vorhandenen Abgründe hinweggesehen, noch wurden diese folkloristisch verharmlost. Die Titelfigur Carmen wird in ihrer prekären Lebenssituation ernst genommen.

Ihre mutig eingeforderten Bedürfnisse und Sehnsüchte werden dabei nicht als übernatürliche Hexerei einer Femme fatale mystifiziert, sondern von dieser Art männlicher Zuschreibung befreit gezeigt.

Regisseur Jan Eßinger nutzt die Klischees und unterschiedlichen Erwartungshaltungen an das Werk, um den Mythos Carmen zu hinterfragen. Gerade bei einer Oper, deren Musik man so gut kennt, war es dem Team wichtig, auf diese Weise die bekannten Melodien in der Reibung mit der Inszenierung neu erfahrbar zu machen. Dabei kommt eine sinnliche, aber nicht unbedingt naheliegende Bilderwelt zum Tragen. Das Kostümbild von Benita Roth ist ...

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BTR 6 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 26
von Iris Abel

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