Reise in den Mittelpunkt einer Oper

"Salome" in Frankfurt

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Richard Strauss’ Oper „Salome“, uraufgeführt 1905, wurde von Barrie Kosky, dem Intendanten der Komischen Oper Berlin, in Frankfurt inszeniert. Er hat sich intensiv mit Text und Musik beschäftigt, um Idee und Motiven dieser literarischen Oper auf den Grund zu kommen. Entstanden ist eine Inszenierung, die bis zum Äußersten reduziert wurde. Mit leerem Raum und auf den Punkt gearbeitetem Lichtdesign. Ein Besuch in der Frankfurter Oper am 8. März 2020, kurz vor dem Shutdown.

Läuft man auf die Doppelanlage aus Frankfurter Oper und Schauspiel zu, ist das Publikum in den Foyers der beiden Häuser schon von Weitem sichtbar. Der Neubau aus den frühen 1950er-Jahren ist von großen Fensterflächen geprägt, die heute so gar nicht mehr gebaut werden dürften. Das Gebäude steht für Transparenz, nicht für Status. Von außen sieht man in die hohen Foyers des ersten Stocks hinein, von innen blicken die Besucher auf die Frankfurter Skyline, das leuchtende Euro-Denkmal, das Treiben auf dem Willy-Brandt-Platz davor und die angrenzende Parkanlage, die Frankfurt umschließt, sowie die Randbebauung des Bahnhofsviertels mit seinem ganz eigenen Leben; das Theater findet inmitten des Lebens statt. 

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BTR Ausgabe 2 2020
Rubrik: Thema: Produktionen, Seite 40
von Herbert Cybulska

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