Räume des Schreckens inszenieren
Geisterbahnen werden in der bildenden Kunst, im musealen Kontext in Form von Rauminstallationen oder im Theater als Bühnenbilder immer wieder zitiert.
Doch was ist die spezifische ästhetische Erlebnisqualität des „Geisterbahnhaften“, auf die sich da bezogen wird, und lässt sie sich in anderen Medien überhaupt wirkungsvoll reproduzieren? Die historische Entstehung von Geisterbahnen, ihre Verortung in größeren Freizeiträumen, ihre gesellschaftliche Funktion, ihre technische Funktionsweise, ihre Immersion als räumliche Anlage und die Häufungen der von ihr aufgegriffenen älteren Schreckensräume sind wichtige Qualitäten des spezifischen Geisterbahn-Erlebnisses. Das gemeinsame Besuchen einer Kirmes oder eines Freizeitparks mit Freund:innen oder Familie, in die Geisterbahn einzutreten und – meist zu zweit – in der Chaise (ein kleiner mobiler Sitzwagen in Fahrgeschäften) Platz zu nehmen und sich durch eine doppelflügelige Tür ins Dunkel fahren zu lassen, das Ruckeln der Wagen und das Zischen pneumatischer Animatronics (Figuren, die meist pneumatisch angetriebene einfache, ruckartige Bewegungen ausführen), der Geruch, all das ist für das Erlebnis Geisterbahn mindestens genauso bestimmend wie die bildgeschichtlichen Zitate ihrer Untoten und Dämonen. Inwieweit lässt sich ein authentisches Geisterbahnerlebnis mit dieser Technik gestalten? Wo liegen Potenziale für eine Anwendung in der Praxis und wo sind die Grenzen dieser Technologie im Hinblick auf Geisterbahnen? Geisterbahnen sind definiert als geschlossene Anlagen, durch die Fahrgäste in meist zweisitzigen Wagen oder Gondeln entlang einer Strecke gefahren werden, an der unterschiedliche technische Anlagen wie Geräusch-, Beleuchtungs-, Videoeffekte und Dekorationen angebracht sind, die dem Zweck dienen, die Fahrgäste zu erschrecken oder zu ängstigen und dabei Motive der Horrorkultur aufgreifen. Bestimmend für die Geisterbahn sind also zwei Aspekte: der Schrecken sowie das Gefahren-Werden. ...
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BTR Ausgabe 2 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 28
von Lukas Maser
Käthe Kollwitz und das Theater „Die ‚Penthesilea‘ haben wir noch nicht gesehen“
von Josefine Gabler, Annette Seeler (Hrsg.) 240 Seiten, 24 × 28 cm, fadengeheftet. ISBN 978-3-7954-9068-3 Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 2026 EUR 40,00
Im ehemaligen Theatergebäude des Berliner Schlosses Charlottenburg zeigt das Käthe-Kollwitz-Museum Berlin bis zum 2. Mai 2026...
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