Provokation aus der Unterbühne
Besonders eine Figur dominierte die Berichterstattung über die Neuinszenierung bei den Bayreuther Festspielen: ein gigantischer Judenkopf. Er kommt aus der Unterbühne und wird szenisch aufgeblasen – lautlos. Der Konstrukteur stellt die technische Realisierung der Erfindung vor, aber auch die Unterkonstruktion zum Transportieren des schweren Bühnenbilds, das nach realen Vorbildern wie der Villa Wahnfried und dem Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse gebaut wurde.
Das Bühnenbild von Rebecca Ringst für „Die Meistersinger“ 2017 in Bayreuth beginnt im Salon der Villa Wahnfried, dem Wohnhaus Richard Wagners. Dieses Zimmer hat Zugänge von der Rückseite sowie von der Unterbühne und steht, in einem größeren Kabinett, das anfangs kaum wahrnehmbar ist. Später wird dieser Raum – 10,50 m breit, 6,65 m hoch und 7,23 m tief – mit einem Gesamtgewicht von deutlich über zehn Tonnen szenisch nach hinten gefahren und gibt den Blick frei auf das sogenannte Kabinett, einen Nachbau des Nürnberger Prozessraums. Aus der Unterbühne erscheint ein Zeugenstand und Richard Wagner alias Hans Sachs bleibt dort allein zurück. Dieser Raum bleibt die ganze Aufführung hindurch stehen. Die Rückwand und Teile der ...
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