Moderne Theaterbauten 1960 bis 2020
Das Opernhaus ist ein Relikt aus der Vergangenheit, so das provokante Resümee von Nicholas Payne, Direktor von Opera Europa, dem Verband europäischer Opernhäuser. Das Äußere der Häuser wird bei Neubauten immer extravaganter, das Innere hat sich seit 400 Jahren in der Struktur bis auf wenige Ausnahmen nur unwesentlich verändert. Nach einem historischen Überblick kommt er zu dem Schluss, dass es nun höchste Zeit sei, sich mit dem Zuschauerraum zu beschäftigen.
Die Kombination der Begriffe „modern“ und „Opernhaus“ ist ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich.
Das erste öffentliche Opernhaus, das 1637 in Venedig eröffnete Teatro San Cassiano, bestand aus mehreren Rängen fast in Hufeisenform, mit Platz für ein Orchester, das zwischen der Bühne und den Zuschauern saß. Das Beste daran ist, dass 400 Jahre später die meisten Opernhäuser noch nach dem gleichen Muster gebaut werden. War das kleine Teatro in der Gemeinde San Cassiano so perfekt, dass es nicht verbessert werden kann, sondern nur im Maßstab vergrößert wurde? Leider gibt es keine Abbildung von dem Teatro San Cassiano.
Es brauchte beinahe 240 Jahre, bis der Komponist Richard Wagner das sichtbare Orchester in dem dann abgesenkten ...
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BTR Ausgabe 4 2019
Rubrik: Foyer: Aktuell, Seite 4
von Nicholas Payne
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In Berlin-Mitte gab es ab 1888 den ersten Standort der AEG, ein Fabrikbau, der trotz Konkurs des Elektrokonzerns 1982 bestehen bleiben sollte. Seither werden die Räumlichkeiten unter anderem von Instituten der Technischen Universität (TU) Berlin genutzt – so auch vom Masterstudiengang „Bühnenbild_Szenischer Raum“, der sich seit seiner inhaltlichen Neuprofilierung...
