Moderne Theaterbauten 1960 bis 2020
Das Opernhaus ist ein Relikt aus der Vergangenheit, so das provokante Resümee von Nicholas Payne, Direktor von Opera Europa, dem Verband europäischer Opernhäuser. Das Äußere der Häuser wird bei Neubauten immer extravaganter, das Innere hat sich seit 400 Jahren in der Struktur bis auf wenige Ausnahmen nur unwesentlich verändert. Nach einem historischen Überblick kommt er zu dem Schluss, dass es nun höchste Zeit sei, sich mit dem Zuschauerraum zu beschäftigen.
Die Kombination der Begriffe „modern“ und „Opernhaus“ ist ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich.
Das erste öffentliche Opernhaus, das 1637 in Venedig eröffnete Teatro San Cassiano, bestand aus mehreren Rängen fast in Hufeisenform, mit Platz für ein Orchester, das zwischen der Bühne und den Zuschauern saß. Das Beste daran ist, dass 400 Jahre später die meisten Opernhäuser noch nach dem gleichen Muster gebaut werden. War das kleine Teatro in der Gemeinde San Cassiano so perfekt, dass es nicht verbessert werden kann, sondern nur im Maßstab vergrößert wurde? Leider gibt es keine Abbildung von dem Teatro San Cassiano.
Es brauchte beinahe 240 Jahre, bis der Komponist Richard Wagner das sichtbare Orchester in dem dann abgesenkten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent der Bühnentechnischen Rundschau? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Bühnentechnische-Rundschau-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Bühnentechnische Rundschau
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
BTR Ausgabe 4 2019
Rubrik: Foyer: Aktuell, Seite 4
von Nicholas Payne
Der Choreograf Christian Rizzo aus Montpellier schuf in Annecy am Theatre Bonlieu ein Stück, das sich unter einer schwebenden Skulptur aus LED-Elementen abspielt, die von innen kreativ beleuchtet werden. Eine spannende Fusion aus bildender Kunst, Tanz und Licht, und die Eroberung einer Sphäre des Bühnenraums, über den Köpfen der Darsteller und unterhalb der...
This summer’s Bregenz Festival featured Giuseppe Verdi’s eerily beautiful opera “Rigoletto” on the floating stage. The set concept by director and designer Philipp Stölzl – consisting of disembodied parts of a giant marionette – impressively reflects the fate of the eponymous character. The technically elaborate, moving stage set drew the audience into a world of...
Ohne Freiwilligenarbeit würden Bereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Wohlfahrt, soziale Arbeit, Sport oder Kultur nicht funktionieren. Gabriel Fritz untersuchte in seiner Masterarbeit an der Beuth Hochschule für Technik Berlin auf Basis einer vergleichenden Umfrage die Motive, die Freiwillige bei Kulturveranstaltungen haben, und ob sich diese von den Motiven...
