Mehr als ein Effekt
Vor der Vorstellung werden im Foyer des Bochumer Schauspielhauses Ohrstöpsel verteilt, mit dem Hinweis, dass es laut werden könnte. Auf der Bühne steht ein kleines Haus. Im Inneren ist Licht. Plötzlich explodiert das Haus – Tür, Fenster, Dach und die Inneneinrichtung fliegen zu allen Seiten weg und das Haus bricht in sich zusammen. Ein Techniker kommt auf die Bühne und ruft: „Es hat geklappt!“ Zwei weitere Bühnenarbeiter räumen eine Öffnung frei, aus der dann Elsie de Brauw als Mutter Mary Cavan und Pierre Bokma als Vater der Familie Tyrone auftreten.
Sie suchen sich Mobiliar und Einrichtung zusammen: einen Schaukelstuhl, einen Tisch, eine Bank, auch einen Kinderstuhl. Mary Cavan Tyrone versucht eine lädierte Zimmerpflanze auf der vorderen Bühnenmitte zu platzieren. Sie kippt immer wieder um. Gläser, eine Flasche, ein Transistorradio und zwei Tassen folgen. Man versucht, es sich gemütlich zu machen. Über die Explosion und das zerstörte Haus spricht niemand. Ganz selbstverständlich richten sich die Figuren in der Zerstörung ein. Was folgt, sind dreieinhalb Stunden Text, ein Psychogramm toxischer Beziehungsstrukturen. Eine Familie, die mit immer neuen Bruchstücken versucht, sich in ...
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BTR Sonderband 2025
Rubrik: Produktionen und Potenziale, Seite 60
von Antje Grajetzky
Sven Kubin M.A. war 30 Jahre als FOH-Tontechniker bzw. Technischer Leiter für diverse nationale und internationale Produktionen unterwegs. Er ist Meister für Veranstaltungstechnik, Elektromeister und Fachkraft für Arbeitssicherheit. 2018 wechselte er zur VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) und ist dort als Referent für das DGUV(Deutsche Gesetzliche...
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