Licht als Spiegel der Emotionen

Ein seltener Opernstoff war im Theater Erfurt zu erleben: „Telemaco“, ein Zweiakter von Christoph Willibald Gluck, beschreibt die Suche des Sohns nach seinem Vater Odysseus und die Überwindung der manipulativen Zauberin Circe. Ein magisches Opernerlebnis – in klanglicher und visueller Hinsicht – dank der Musik, des Gesangs und eines besonderen Lichtkonzepts

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Eine musikalische Rarität hat es im April auf die Bühne des Theaters Erfurt geschafft: Christoph Willibald Gluck komponierte die Oper „Telemaco“ für die Hochzeit des zukünftigen Kaisers Joseph II. mit Maria Josepha von Bayern in Wien im Januar 1765 – in nur zwei Monaten. Angesichts dieser knappen Zeit bediente sich Gluck teilweise an Material, dass er schon früher geschaffen haben muss. Der überhasteten Komposition und deren Realisierung folgten dann auch enttäuschte Reaktionen – die Oper wurde drei Tage nach der Uraufführung nur noch einmal gespielt.

Allerdings eine gängige Praxis beim Umgang mit Opern dieser Zeit, schreibt Dramaturg Bartholomäus Pakulski im Programmheft zur Inszenierung. Bis in die 1980er-Jahre dauerte es, bis „Telemaco“ konzertant nach Wien, Salzburg und New York zurückkehrte. Erst die Schwetzinger Festspiele zeigten das vergessene Werk wieder szenisch, im Sommer 2011 – und nun Erfurt. Gluck gilt als Reformator der Gattung Oper, die er wieder an ihre Ursprünge zurückführen und umstrukturieren wollte. „Telemaco“ wurde komponiert zwischen zwei Reformopern – „Orpheus“ (1762) und „Alceste“ (1767). Die Oper bewegt sich musikalisch an der Grenze zwischen Barock und ...

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BTR 3 2023
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Iris Abel

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