Kein Denkmal, ein Arbeitsort

Theater waren nach dem Zweiten Weltkrieg die ersten Häuser, die wiedereröffnet wurden. Damit hatten sie einen wichtigen Platz in Städten und Kommunen, im Leben der Menschen. Heute steht die Existenz vieler dieser Kulturorte auf dem Spiel. Angesichts knapper Kassen sowie steigender Kosten für Bau und Technik fehlen der politische Wille und die finanziellen Mittel, die Häuser zu modernisieren. Ist die Schließung des Theaters Ingolstadt erst der Anfang? Eine Polemik

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Es gibt Gebäude, die sind nie schön gewesen – und trotzdem unverzichtbar. Das Stadttheater Ingolstadt gehört genau in diese Kategorie. Der Hämer-Buro-Bau (Architektur Hardt-Waltherr Hämer, Marie Brigitte Hämer-Buro, eröffnet 1966) war nie ein Liebling der Stadt, und meiner – so gestehe ich freimütig – erst recht nicht. Ein Betonklotz, der sich weder wirklich einfügt, noch behauptet. Kein Haus, das man spontan liebt. Aber eines, das man gebraucht hätte. Eines, das – richtig weitergedacht – hätte wachsen können. Nicht als Denkmal, sondern als besonderer Ort.

Ich war mehrfach dort, zuletzt 2024. Der Eindruck ist eindeutig: außen ungepflegt, kaum im Stadtbild verankert, von den Bürgern nicht als kulturelles Zentrum wahrgenommen, aber nicht zwingend ungeliebt, weil jeder Tanzstundenball und jede Abifeier auch genau hier stattfand. Auch ein hässliches Gebäude stiftet Identität, wenn sich Emotionen damit verbinden lassen. Im Herzen bunt. Von außen wenig zu bieten, so mein Fazit. Sobald man das Gebäude betritt, kippt die Wahrnehmung. Plötzlich öffnet sich ein Raum, der mit dem äußeren Eindruck nichts mehr zu tun hat. Großzügige Foyers, klare Sichtachsen, ein weiter Blick über die Stadt – ...

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BTR Sonderband 2026
Rubrik: Bau/Betrieb/Sanierung, Seite 40
von Wesko Rohde

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