Ehrgeiziger Kulturneubau

Nach acht Jahren Bauzeit wurde in Berlin das Humboldt Forum fertiggestellt. Am 16. Dezember war Eröffnung. Vorerst nur virtuell. Nach dem Lockdown wartet hinter den rekonstruierten Schlossfassaden ein moderner, vielfältiger Museums- und Veranstaltungskomplex.

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Der schönste Blick auf das Humboldt Forum bietet sich von der Schloßbrücke aus. Wie frisch gebacken strahlt seine barocke Fassade, die Nachmittagssonne kitzelt noch die feinsten Reliefs und Ornamente in ihrem warmen Lichtund Schattenspiel heraus. Über dem auskragenden Portal, das die breite Front entlang des Spreekanals symmetrisch teilt, ragt die kupferne Kuppel hoch, auf der wie zur Krönung ein goldenes Kreuz funkelt. Genau wie auf dem Berliner Dom nebenan. Der, so scheint es, nun sein Pendant wiederhat. Nur dass das Humboldt Forum natürlich keine Kirche ist.

Aber sei’s drum, so ist es nun mal: Die Schloßbrücke führt wieder zum Schloss, wie zu Kaisers Zeiten, und die ganze Pracht spiegelt sich auch noch herrlich in der Wasseroberfläche. Großes Theater in Berlins Mitte, welch schöne Illusion im 21. Jahrhundert! Man kann sich eigentlich kaum sattsehen, ist an Wien, Paris oder London erinnert mit ihren feudal-herrschaftlichen Bauten aus dem vorvorigen Jahrhundert. Jetzt, wo die Bauzäune weg sind, kann man sich dem Geist alter Zeiten gerne hingeben, so wie es die Wiederaufbau-Initiatoren für das Berliner Stadtschloss vor 25 Jahren ersonnen und die Errichtung im historisierenden Stil ...

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BTR Ausgabe 1 2021
Rubrik: Ausstellungen, Seite 14
von Irmgard Berner

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