wem hilft’s?

Es bröckeln die Herrschaften im Ballett. Was nützen Ballettdirektoren als Manager, wenn nur noch ihre choreografierenden Vorgänger ein Publikum anziehen?

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Das Profil eines Ballettdirektors? Sieht nach dem Auftreten Reid Andersons anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Stuttgarter Balletts wohl so aus: Große Klappe und ein breites Kreuz sind unabdingbar. Nachdem er als Gastgeber der illustren Versammlung von Ballettchefs aus aller Welt mehrfach betont hat, dass von der sogenannten Reid-Anderson-Lounge auf seiner Chefetage die Hälfte für seinen Physiotherapeuten abgetrennt sei, wollte man das kaum mehr unter Selbstironie verbuchen.

Anderson nimmt seine Position als Ballettintendant bier­ernst, vor allem was Statussymbole und Privilegien anbelangt. Dass sein Corps de ballet mächtig aufpoliert werden müsste und tänzerisch etwa mit Martin Schläpfers sauber herausgeputztem Ballett am Rhein nicht mithalten kann, das scheint ihn kaum anzufechten. Denn immer noch könne er ja vom Erbe John Crankos zehren.
 
Wesentlich verändert haben sich seit Crankos Zeiten zumindest die ­Räumlichkeiten nicht für den Intendanten und sein Leitungsteam im Stuttgarter Opernhaus. Ein bisschen Sozialneid auf die Kanadier mit ihren tollen Trainingsräumen und ihren – nämlich immerhin – fünf Physiotherapeuten darf es dann schon sein, zumal Stuttgart seit Jahren ...

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Tanz April 2011
Rubrik: ideen, Seite 64
von Eva-Elisabeth Fischer

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