Spieglein, Spieglein

Lahmender Auftakt, furioses Finale: Cathy Marstons Zürcher «Romeo und Julia» rührt an die letzten Dinge, nimmt dafür allerdings tüchtig Anlauf

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Sie treiben von der ersten Sekunde an auf die Auslöschung zu. Ohne es zu ahnen, geschweige zu wissen. Aber wir da unten, wir wissen es, noch bevor der erste brachiale Akkord aus dem Orchestergraben über das Parkett des Zürcher Opernhauses hinwegdonnert. Noch bevor sich der Vorhang hebt für Cathy Marstons Inszenierung von «Romeo und Julia». Wer kennt es nicht, das Drama von William Shakespeare: Zwei junge Menschen entbrennen in Liebe füreinander, obwohl – oder weil? – sie aus verfeindeten Clans stammen.

Noch heute Alltag in Kreuzberg, der Bronx, den Banlieues von Paris oder Montpellier. Bisweilen auch Krawallstoff in den Luxusquartieren rund um den Globus. Ob hyper- oder minderprivilegiert – familienseitig beargwöhnte Mesalliancen münden schon mal in offenen Streit, Schießerei oder Straßenkampf. Auch Messer kommen dabei routinemäßig zum Einsatz. So wie einst Degen und Schwert in Shakespeares Verona zu Zeiten der Renaissance. Cathy Marston hat das historische Arsenal von der Bühne verbannt und ersetzt es durch einen Spiegel, der zu Bruch geht und zum vielfachen Instrument des Todes wird. Wofür der Spiegel steht? Das eben ist die Frage.

Rochaden im Personaltableau
Bloß keine ...

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Tanz November 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 14
von Dorion Weickmann

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