Serge Aimé Coulibaly «Back to Kidal»

Charleroi on tour

Tanz - Logo

Man sieht ihn kaum mal ohne seinen Player-Hut: Serge Aimé Coulibaly weiß sich eine unverwechselbare Identität zu verschaffen. Mit seinen Tanzproduktionen verhält es sich ähnlich, denn Musik vom afrikanischen Kontinent verleiht diesen jede Menge Schwung. Vor zehn Jahren schuf er ein Monument der Tanzlandschaft, das er dem Musiker Fela Kuti und dessen gesellschaftlichem Engagement widmete. Mit «Kalakuta Republic» bezog sich der ehemalige Interpret von Alain Platel und Sidi Larbi Cherkaoui auf einen Knotenpunkt der Geschichte Afrikas, an dem Politik und Kunst ineinanderfließen.

Eine ähnliche Konstellation bringt er nun mit «Back to Kidal» auf die Bühne. Nicht nur, dass die Uraufführung in der altehrwürdigen Oper von Montpellier stattfand, und zwar als einer der gefühlten Höhepunkte des diesjährigen Festivals. Es ging auch darum, die Verbindung zwischen «Montpellier Danse» und dem afrikanischen Kontinent nicht abreißen zu lassen. Die Stadt Kidal im östlichen Mali ist seit Langem zwischen der Zentralregierung in Bamako und jihadistischen Kräften umkämpft. Aber in «Back to Kidal» geht es nicht um Politik, sondern um den Mythos einer Region und um kulturelle Wurzeln. Kidal steht hier für ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Oktober 2026
Rubrik: Kalender, Seite 45
von Thomas Hahn

Weitere Beiträge
Techno touch

«Cinq jours au soleil»: Fünf Tage Sonne versprach Emanuel Gat. Das war vor der Premiere bei «Montpellier Danse». Der Choreograf kann es sich erlauben, dass so ein Versprechen wie ein Versprecher klingt. Statt fünf Tagen sollten wochenlang Sonne und Hitze folgen, nachdem Gats neue Produktion der 46. Ausgabe des Festivals den richtigen Energieschub verliehen hatte....

Cuqui Jerez «Sugar Island»

Normalerweise unterstützen Sound und Licht das Bühnengeschehen. Und zwar meist so raffiniert, dass man gar nicht merkt, wie wichtig diese Unterstützung ist, im Grunde merkt man es nur, wenn sie eben nicht da ist. Oder wenn sie irgendwie neben der Spur läuft. Wie in Cuqui Jerez’ auf den ersten Blick irritierend klassischem Ballettstück «Sugar Island», zuletzt beim...

Al paradiso

Eine kleine Prozession wandert durch den Weinberg hangaufwärts. Regenschirme wippen im Takt der Schritte, leichtes Stöhnen schleift akustisch hinterher, selbst die drei Hündchen im Tross stecken die stechende Junisonne nicht so leicht weg. Nur gut, dass vor den Türen des luftigen Studios dort oben schon ein Wassernapf auf sie wartet. Mit Engelsgeduld werden sie im...