Markenzeichen der Moderne
Der Name Rambert ist unzertrennlich mit dem modernen Tanz verbunden. Was einer gewissen Ironie nicht entbehrt. Denn die Namensgeberin und Gründerin von Schule und Kompanie, Marie Rambert, war nach allgemeiner Einschätzung eine eher dürftige Tänzerin und – nach eigener Aussage – völlig frei von choreografischem Talent. Auch als Künstlerische Leiterin scheint sie viel Chaos gestiftet zu haben.
Immerhin hat sie als Lehrerin einigen Ruhm erlangt, doch äußerten sich Choreografen wie Frederick Ashton, Agnes de Mille und Antony Tudor – allesamt Schüler Ramberts – nicht gerade wohlwollend über das pädagogische Geschick ihrer einstmaligen Lehrerin, die sich offenbar gerne in ausgedehnten Klagen über persönliche Unzulänglichkeiten ihrer Schützlinge erging. Frederick Ashton bekannte in einem vertraulichen Gespräch einmal: «Mims einziges Talent bestand darin, die Talente anderer Menschen hervorzukitzeln, die oft selbst nichts von der eigenen Begabung wussten.»
Und doch gründete Marie Rambert, ungeachtet all ihrer Defizite, eine der ersten Ballettschulen Großbritanniens: Die Rambert School of Ballet and Contemporary Dance, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Ferner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2020
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Mike Dixon
Wer und was wird zur Tanzplattform Deutschland geladen: die besten Produktionen, die kühnsten Choreografen und Choreografinnen des Landes? Das Besten-Prinzip galt jedenfalls, als das Centre International de Bagnolet pour les Œuvres Chorégraphiques unter der Leitung von Lorrina Niclas alle zwei Jahre die «Rencontres Chorégraphiques Internationales de...
Ein reines Tanzhaus wird es nicht. Aber zu einem «Leuchtturm für die Stuttgarter Tanzszene», so Kulturbürgermeister Fabian Mayer, könnte der Ergänzungsbau des Theaterhauses durchaus werden – vorausgesetzt, dass das Ergebnis 2025 tatsächlich noch dem Entwurf des Hamburger Büros PFP Architekten entspricht. Von innen heraus strahlend, dabei hoch oben auf dem...
Man konnte sie bei der Premiere von Liam Scarletts «Swan Lake» am Londoner Royal Oper House bewundern: Vadim Muntagirovs Pas-de-deux-Variation mit dem schwarzen Schwan in Akt III, bestechend musikalisch, scheinbar mit einem Minimum an emotionalem Adrenalin ausgeführt und vollendet von einer Serie berauschend präziser Double tours, die dem Premierenpublikum...
