In der Klemme

Tanz - Logo

In der Klemme sind derzeit viele Kommunen, finanziell und strukturell. Das hat Auswirkungen auf die Kultur. Im Tanz trifft es insbesondere Wuppertal, wo das geplante Pina Bausch Zentrum auf den Prüfstand muss (S. 19), wir werden auch zur Rats-Entscheidung im Dezember berichten), Köln (S. 20) und Berlin, wo der Hauptstadtkulturfonds trotz stetig steigender Kosten bei 15 Millionen Euro stagniert. Wir haben Annemie Vanackere, Intendantin des HAU Hebbel am Ufer, seinerseits Träger des strahlkräftigen Festivals «Tanz im August» (tanz 10/26), um Stellungnahme gebeten – die tanz-Redaktion

Jede Hauptstadt hat Repräsentationskultur. Das ist wichtig und richtig, aber auch ein bisschen langweilig. Kluge Politiker*innen und Kulturmenschen haben 2007 erkannt, dass Berlins kulturelle Attraktivität und sein Potenzial, Impulse in alle Gesellschaftsbereiche des Landes zu senden, in erheblichem Maße in der Freien Szene begründet liegt. Deswegen wurde der Hauptstadtkulturfonds (HKF) erfunden und 2008 bis 2018 mit zehn Millionen Euro ausgestattet, 2018 bis 2028 mit 15 Millionen jährlich. Über alle politischen Farben hinweg.

Dass er nun, anders als andere Hauptstadtkulturunternehmungen, keine Erhöhung, nicht einmal Anpassung an die Teuerungsrate der letzten zehn und zusätzlich der kommenden zehn Jahre erfährt, während der Bund seinen Beitrag sogar noch um zwei Millionen Euro reduziert, ist alarmierend. Es zeigt, dass die Bundesregierung eine andere Vorstellung von Hauptstadtkultur hat als alle Vorgänger*innen.

Das wird für die Freie Szene in Berlin und ebenso für den internationalen Tanz Folgen haben. Erstmals ist transparent und damit sichtbar, dass von den 15 Millionen tatsächlich nur elf Millionen pro Jahr für neue Projekte zur Verfügung stehen. Damit ist absehbar, dass die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Annemie Vanackere

Weitere Beiträge
Kinsun Chan, Rachelle Anais Scott, Alfonso Palencia «Tanzrausch»

Drei Stücke, zwei Uraufführungen – ergibt einen «Tanzrausch»? Zumindest Kinsun Chans schon 2017 in München uraufgeführtes «Storm» scheint eher vom Wetter vor der Tür des Bremerhavener Stadttheaters zu handeln: Es gibt Regenschirme, Nebel, Kampf gegen Wind, in präzisen Auflösungen aus dem Ensemble in kleinere Formen überführt. Und einen schwarzen Bühnenraum, der die...

Lordsiegelbewahrer

Größenwahn ist ihm unbekannt. Für gewöhnlich stellt Sir Peter sein Licht eher unter den Scheffel. Aber wenn er am 25. November seinen hundertsten Geburtstag feiert, kann er ohne Übertreibung von sich sagen: Jetzt bin ich ein echter Jahrhundert-Choreograf.

Gewürdigt wurde er ja zuvor schon immer mal wieder. Queen Elizabeth II., Gott hab sie selig, hat ihn 1993 noch...

Sebastian Weber «Ella»

Sie singt wirklich. Vilma Kananen sitzt in der Bandewanne und singt in die Duschbrause: «There are things you never forget, even though you grow old», im Original von Moriarty. Ein überraschender Start für «Ella», das neue Stück der Sebastian Weber Dance Company, in der Weber die Erinnerungen seiner Großmutter verarbeitet, mit der er im Alter von 100 Jahren ein...