Etappensieg
Es gibt Tänzer, denen sieht man eine ganze Weile zu. In verschiedenen Rollen, bei verschiedenen Anlässen, und immer bleibt es beim Eindruck: sehr schön, aber nicht unbedingt spektakulär. Dann kommt der eine Moment, der das Blatt wendet. Eine Geste, eine Arabesque, wie maßgeschneidert für den Tänzer, der die Form zugleich über ihre eigenen Ränder hinaustreibt. Bei Martin ten Kortenaar, 2023 als Solist zum Staatsballett Berlin gestoßen und ein Jahr später zum Principal befördert, kam der Moment mit seinem Auftritt in der «Nurejew»-Premiere im März 2026.
Ein Mann tritt herein, schlank und groß gewachsen, zwischen den Fingern balanciert er eine Zigarette, wie andere eine Kostbarkeit spazieren führen. Er sieht sich um im Studio, nimmt Platz, dann einen Zug. Den Rauch scheint er wie ein Exhalationskünstler zu veratmen. Die Augen wandern … sieh da, noch ein anderer im Raum? Ein interessierter Blick, verhalten noch und trotz aufflackernder Neugier mit Vorsicht getränkt: Wer kann das sein? Der Elegante und der Rasante umkreisen einander, bis sie an der Ballettstange zu stehen kommen: das Gesicht dem Gegenüber zugewandt, keine zwei Meter Abstand dazwischen. Da greift der eine blitzschnell ...
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Tanz November 2026
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Dorion Weickmann
Kim Hess, beim «Filmfest Hamburg» feierte Ihre Dokumentation «Between Times – The Hamburg Ballet in Transition» Premiere. Wie war das für Sie?
Zu Beginn waren wir sehr aufgeregt, weil wir noch nicht wussten, wie die Reaktionen im Raum sein werden. Zuletzt standen wir bei der Ballettwerkstatt vor Hamburger Publikum, da ging es ordentlich konfrontativ zur Sache – der...
Jede Hauptstadt hat Repräsentationskultur. Das ist wichtig und richtig, aber auch ein bisschen langweilig. Kluge Politiker*innen und Kulturmenschen haben 2007 erkannt, dass Berlins kulturelle Attraktivität und sein Potenzial, Impulse in alle Gesellschaftsbereiche des Landes zu senden, in erheblichem Maße in der Freien Szene begründet liegt. Deswegen wurde der...
Ach Köln. Die Kulturpolitik in der viertgrößten Stadt der Republik erweist sich wieder einmal als Witz, nur als nicht besonders guter. Aus Tanzperspektive sogar: als erschreckender. Vor ein paar Jahren wollte die Stadt die hier einst schnöde eingestellte Tanzsparte wieder beleben. Man bat um Bewerbungen, eine Findungskommission nahm die zeitgenössische...
