Analytiker

Wie zusammen leben? Über Noé Souliers kinästhetische Choreografie

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Die Blicke der fünf Tänzer*innen sind konzentriert, in sich gekehrt. Die Bewegungen, die das Berliner Dance On Ensemble in unterschiedlichen Konstellationen mit großer Präzision ausführt, scheinen alle gleichzeitig zu erproben, auszuloten. Am Anfang sind es nur Alba Barral Fernández und Lia Witjes Poole, sie tanzen nicht miteinander, ihre Bewegungen sind nicht die gleichen – es ist ihr Pacing und das Setzen von Impulsen, das sie verbindet. Anna Herrmann kommt dazu und beginnt, Fernández’ Bewegungen zu doppeln.

Im Raum vor den beiden verfolgt Poole derweil weiter kontrapunktisch ihre eigenen Sequenzen. Dominic Santia und Marco Volta steigen mit neuen unisono Bewegungsabfolgen ein, denen sich Poole nach einer Weile anschließt.

Das Tempo ist zu Beginn ruhig, dabei wird die Zeiteinteilung von kurzen, kraftvollen Impulsen akzentuiert, später wird sich die Schnelligkeit der Bewegungen immer wieder steigern. Ab und zu wenden erst eine, dann weitere Tänzer*innen ihre Blicke stehend aus der Rückenansicht zu den Zuschauenden, wenn Santia und Volta in einem Duo auf der Hüfte sitzend ein einziges Mal frontal aufs Publikum ausgerichtet sind und uns anschauen, wird dieser Blick zum Ereignis. ...

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Tanz Oktober 2026
Rubrik: Ideen, Seite 60
von Lucia Ruprecht

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Choreografin, Tänzerin

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Spontan, gegenwartsorientiert

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