Abglanz einer Epoche
Das Theater war längst abgebrannt, er aber mochte sich nicht von ihm trennen. Also hielt er das untergangene Ambiente noch in seinen Bildern fest, obwohl die Wirklichkeit längst eine andere war. 1873 versank das Opernhaus in der Pariser Rue Le Peletier in einem Flammenmeer, zwei Jahre später wurde das goldprotzige Palais Garnier in Betrieb genommen. Edgar Degas gewöhnte sich nie so recht an dieses stuckierte Eldorado, zumal die dort produzierte Kunst kaum mehr an die legendären Uraufführungen der ersten Jahrhunderthälfte -heranreichte, deren Nachhall er noch vernehmen konnte.
Degas, Sohn eines Bankiers, war 1834 in der französischen Kapitale zur Welt gekommen, just als Oper und Tanz zu neuem Höhenflug ansetzten. Mit Musik, Theater, Konzert (und entsprechenden Soireen in der elterlichen Wohnung) groß geworden, nahm er zunächst ein Studium der Rechtswissenschaft auf. Ein Missgriff, den er durch den Wechsel an die École des Beaux-Arts korrigierte, wo er sich fortan der Bildenden Kunst widmete. 1867 hielt Degas zum ersten Mal eine Ballettszene fest: die Ballerina Eugénie Fiocre als Fee in Arthur Saint-Léons «La Source», im Jahr zuvor zu Klängen von Léo Delibes und Ludwig Minkus aus ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Traditionen, Seite 50
von Dorion Weickmann
Schritt für Schritt zu sich selbst. Stufe für Stufe in Richtung Selbstständigkeit. Wissen, was man mitteilen will, und dafür die richtige – choreografische oder verbale – Sprache einsetzen. Der Weg zum Ziel kann lang sein. Besonders lang ist er für Rihoko Sato, die bis heute als die weibliche Sphäre an der Seite von Saburo Teshigawara wahrgenommen wird. Neuerdings...
Vor den Kinos flogen Steine und Feuer--werkskörper. Mehrere hundert Protestierende skandierten «Schande!» und «Lang lebe Georgien!». Nach massiven Polizeieinsätzen wurden 27 Personen festgenommen, es gab Verletzte.
Der Hintergrund: die georgische Premieren-Serie des Kinofilms «And Then We Danced» in fünf Städten der Kaukasusrepublik im zurückliegenden November....
«Ich wünschte mir Tänzer, die sehr gut klassisch ausgebildet sind und die einen ganz offenen, wachen Geist haben, die mutig sind, Neues zu probieren, die sich Experimenten öffnen und keiner Konvention verhaftet sind.» So umschrieb Hermann Rudolph einst im Gespräch mit Marion Kant, was er als wesentliche Inspirationsquelle seiner Arbeit betrachtete. In Chemnitz...
