Wilde Zeiten
Wir machen einen Sprung, dreißig Jahre zurück, ins Jahr 1989: Die DDR wackelt, die Situation ist zunehmend angespannt. Sie sind als Tänzer in Leipzig beziehungsweise Gera engagiert. Wie ist Ihre persönliche Lage?
Mario S.: Ich hatte Reiseverbot für das westliche Ausland, obwohl es Angebote für eine Europatournee mit meinem Soloprogramm gab. Wenn die Leipziger Kompanie reiste, etwa nach Spanien oder in die damalige BRD, wurde ich ausgetauscht. Einmal ist mein Ersatz allerdings direkt in der BRD geblieben.
Dabei wäre es mir selbst gar nicht eingefallen, das Land zu verlassen, zu flüchten und meine Familie und Freunde zurückzulassen.
Haben Sie sich an den Demos in Leipzig beteiligt?
Mario S.: Ja, und schon bei den ersten Demonstrationen, zu denen ich ging – lange vor Oktober 1989 – war es manchmal gefährlich. Ich erinnere eine Situation an der Nikolaikirche, als die Polizei die Leute sporadisch, aber auch ganz gezielt aus der Menge herausgriff. Meine größte Sorge war, dass ich zu spät zur «Dornröschen»-Probe in den Ballettsaal komme. Plötzlich sind alle Demonstranten panisch auseinandergerannt. Ich lief in Richtung Opernhaus, als unmittelbar hinter mir ein Zivilauto hielt. ...
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Auditions
Nederlands Dans Theater 2 (NDT 2)
Audition for dancers between the ages of 17 and 22, who have finished a complete classical ballet training. Audition: 12 January 2020 Deadline: 18 November
For more information: auditions@ndt.nl
Tanztheater Wuppertal Pina Bausch
Auditions for experienced male and female dancers: 18–20 January 2020 (by invitation only)...
Dreimal Royal Ballet
Es gibt nicht so viele Berliner Ballette, die den Weg ins internationale Repertoire gefunden haben. Eins davon ist «Concerto». Kenneth MacMillan hat es 1966 an der Deutschen Oper zum 2. Klavierkonzert von Dmitri Schostakowitsch choreografiert: ein Glanzstück nicht zuletzt dank seiner Muse Lynn Seymour (tanz 3/19). Die ist, inzwischen...
Kein Conférencier, keine Witze, keine «Tada-Gesten» («seht her, ich hab’s geschafft»), keine Handlung, nicht mal Nummern – kein Zirkus, nichts von dem, was das Varieté sonst so berechenbar in akrobatische Miniaturen zerlegt. Stattdessen sehen wir: reine Choreografie für ein geschlossenes Ensemble ohne Stars. Tapfere acht plus ein Musiker, alle aus dem australischen...
