Wilde Zeiten
Wir machen einen Sprung, dreißig Jahre zurück, ins Jahr 1989: Die DDR wackelt, die Situation ist zunehmend angespannt. Sie sind als Tänzer in Leipzig beziehungsweise Gera engagiert. Wie ist Ihre persönliche Lage?
Mario S.: Ich hatte Reiseverbot für das westliche Ausland, obwohl es Angebote für eine Europatournee mit meinem Soloprogramm gab. Wenn die Leipziger Kompanie reiste, etwa nach Spanien oder in die damalige BRD, wurde ich ausgetauscht. Einmal ist mein Ersatz allerdings direkt in der BRD geblieben.
Dabei wäre es mir selbst gar nicht eingefallen, das Land zu verlassen, zu flüchten und meine Familie und Freunde zurückzulassen.
Haben Sie sich an den Demos in Leipzig beteiligt?
Mario S.: Ja, und schon bei den ersten Demonstrationen, zu denen ich ging – lange vor Oktober 1989 – war es manchmal gefährlich. Ich erinnere eine Situation an der Nikolaikirche, als die Polizei die Leute sporadisch, aber auch ganz gezielt aus der Menge herausgriff. Meine größte Sorge war, dass ich zu spät zur «Dornröschen»-Probe in den Ballettsaal komme. Plötzlich sind alle Demonstranten panisch auseinandergerannt. Ich lief in Richtung Opernhaus, als unmittelbar hinter mir ein Zivilauto hielt. ...
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