Wiedergetroffen: Gianna Reisen
Ihre blitzeblauen Augen strahlen mit der Sonne um die Wette, ihr Lächeln ist der Liebreiz selbst – aber niemand sollte Gianna Reisen (Newcomerin in tanz 12/17) für ein pflegeleichtes Ballettmädchen halten. Toughe Lady trifft es schon eher, denn anders kann man kaum mit gerade mal 20 Jahren zwei Choreografien für das New York City Ballet (NYCB) hingelegt und eine weitere für L.A. Dance Project in der Pipeline haben. In der kalifornischen Kompanie ist Reisen im vergangenen Jahr gelandet.
Als wir uns treffen, gastiert das Ensemble bei den Wolfsburger «Movimentos», aber -Gianna Reisen hat ihr Deutschlanddebüt längst hinter sich.
Es fand schon 2017 in Dresden statt, wo sie ein Jahr lang als Kompanielehrling beim Semperoper Ballett wirbelte. Dessen Chef Aaron Watkin hatte sie von der School of American Ballet an die Elbe geholt, nachdem er zufällig auf sie aufmerksam geworden war: «Ich verdanke ihm irre viel», sagt sie, während der Wind, der vom Mittellandkanal herüberweht, ihren dunklen Schopf zerzaust. «In der Schule, die ja aufs NYCB zuarbeitet, haben wir Balanchine rauf und runter getanzt – erst in Dresden habe ich zum Beispiel Forsythes Werke, überhaupt das Zeitgenössische ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Side Step, Seite 18
von Dorion Weickmann
Seit 1977 residierte das English National Ballet (ENB) im Markova House im Londoner Stadtteil Kensington. Jetzt hat die Kompanie ein neues Domizil bezogen, die angesagte Adresse im Osten der Metropole lautet: London City Island. Die vorige Heimstatt in unmittelbarer Nachbarschaft der Royal Albert Hall – benannt nach Dame Alicia Markova, einer der Gründerinnen der...
Eingespannt in linienförmige Gebilde und mitten in einem energetischen Feld, so agiert die Performerin in schwarzem Tanztrikot und schwarzer Strumpfhose. Das, woran sie gefesselt ist, sind ebenfalls Strumpfhosen. Neun, zehn Befestigungspunkte und die Elastizität des Materials bestimmen den Radius ihrer Bewegungsmöglichkeiten. «Die Skulptur ist im Wortsinne eine...
Ihre Autobiografie erschien posthum. Schonungslos beschrieb sie darin die Folgen eines traumatischen Ereignisses: «Auch wenn man zu leben scheint, so gibt es doch eine Trauer, die tötet. Man kann seinen Körper zwar noch … über die Erde schleppen, aber die Lebensgeister sind erloschen – für immer.» 1913 ertranken Isadora Duncans Kinder in der Seine. Jahre später...
