War Scheherazâde Fattal die Pionierin des Bauchtanzes?
Scheherazâde Fattal lebt heute zurückgezogen in einem Vorort von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik, wo ich sie im Asilo del Sagrado Rosario de la Virgen traf, im Altersheim zum Rosenkranz der heiligen Jungfrau. Sie ist eine vergessene Legende, die ihre Karriere als Bauch- und Schlangentänzerin im Nahen Osten der 1930er Jahre begann und ihren Höhepunkt in John Peronas legendärem «El Morocco» Nachtclub in New York fand. Dorthin war sie auf abenteuerliche Weise während der Nachkriegswirren gelangt und hatte sich die amerikanische Staatsbürgerschaft geradezu ertanzt.
Sie zog nach Los Angeles, wo sie Leon Askin, Lili Saint Cyr und ein gewisser Kurt Katch bei der Gründung von «Scheherazâde’s School for Bellydancing», der ersten Orientalischen Tanzschule an der amerikanischen Westküste, in Belair, California, tatkräftig unterstützten. Hier erlangte sie Starruhm, weil sie Rita Hayworth, Maria Montez, Gene Kelly und sogar Peter O’Toole in Bauchtanz oder eher «middle eastern body-language» unterrichtete. «Without Scheherazâde Fattal’s invaluable help and assistance, I would never have been able to embody ‹Lawrence Of Arabia› the way I did it and without her encouragement and ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Hat sie den Werner Schwab gelesen, den Franz-Xaver Kroetz oder beide? Die Szene könnte aus deren Theater stammen. Regungslos liegt Saskia Hölbling vor dem flimmernden Bildschirm. Vorn steht eine Zinkwanne, dazu ein Eimer und Handtücher, gestapelt. Rote Fäden durchkreuzen und begrenzen den Raum. Aus den Lautsprechern ertönt ein Walzer. Die Frau erwacht zu Leben,...
Unfreiwillig ist Vacant fast zu einem Epitaph auf György Ligeti geworden, der am 12. Juni das Zeitliche gesegnet hat. Seine Musik sei so vollkommen, hat Saburo Teshigawara nach der Uraufführung in Genf verlauten lassen, sie brauche keine physische Aktion mehr – und wagte dennoch ein Stück, das das schier Unmögliche möglich macht: den Körper völlig vakant, gänzlich...
Gerald Siegmund, frischgebackener Tanzprofessor in Bern und Korrespondent dieser Zeitschrift, hat seine Habilitationsschrift Abwesenheit – Eine performative Ästhetik des Tanzes veröffentlicht. Die üblichen 500 Seiten sind kein Pappenstiel. Aber keine Angst. Der Kritiker Gerald Siegmund hat dem Akademiker über die Schulter geschaut. Minuziös beschreibt er die von...
