violet
Mal so richtig bedeutungslos sein – auch das kann ein Künstlertraum sein. Mal nichts anklagen, aussagen, bloßlegen. Abstraktion lautet darum das Ideal für Meg Stuarts neues Stück «Violet». Oder: engagierte Sinnlosigkeit. Das hyperaktive Nichts. Die pure Bewegung wird skelettiert, ohne Fleisch von Ausdruck und Erzählung. Ausgerechnet Meg Stuart. Ausgerechnet ihr Zitter-Zappel-Zuck-Stil als symbol-befreite Ausdruckslosigkeit? Krämpfe, Spasmen, Tics bis zum Kollaps als eine nun emotionslose Theorie? Ausweglos sein – das hat Meg Stuart besonders interessiert.
Eine meterhohe schwarze, leicht gebogene Plastikwand von Bühnenbildnerin Janina Audick begrenzt den Hintergrund. Die Wand glänzt wie Latex und spiegelt manchmal schemenhaft und verzerrt die Tänzerkörper. Vor ihr stehen drei Männer und zwei Frauen in Alltagsklamotten von erlesen schlechtem Geschmack: hautenge Hosen, verwaschene Shirts; einer trägt weiße Turnschuhe, ein bisschen wie die H&M-Punks aus dem Vorjahr. Ein bisschen ist es auch wie eine Reminiszenz an die Stuart’schen Anfänge, als sie mit cooler Trash-Ästhetik, mit dem Abgewrackten und Kaputten, neue Trends im zeitgenössischen Tanz setzte. «Disfigure Study» hieß vor ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Nicole Strecker
Der Countdown läuft, die farewell tour macht noch einmal Halt in Berlin und im Oktober in London, bevor sich die Merce Cunningham Dance Company zu Silvester in New York endgültig auflöst. So will es Merce Cunninghams letzter Wille, der «Living Legacy Plan». In der Berliner Volksbühne ist noch einmal Cunninghams letzte Choreografie «Nearly 902» zu sehen (22., 23....
Stefan Dreher,heute schon Sonnengrüße gemacht?
Theoretisch schon. Das ist eine etwas freche Behauptung, denn normalerweise sollte das Üben in den Tagesablauf integriert sein, aber ich bin gerade verletzt und vorsichtig.
Sie üben und unterrichten Iyengar-Yoga. Wie kam es dazu?
Meine Mutter hat Yoga gemacht und unterrichtet immer noch. Zu Hause war das immer sehr...
...ist ein guter Mensch. Sri Louise auf unserer Titelseite ist der wohl bekannteste Yoga-Engel der Tanzwelt. Die New Yorkerin begreift, dass nicht der Körper die Plage ist, sondern das Plagen des Körpers ein Genuss, weil er nur so zu sich selbst kommt. Jede Überschreitung der eigenen Grenzen erscheint wie ein religiöser Akt. Darum ist die Härte des Tänzers zu sich...
