VA Wölfl
Es war einmal und scheint völlig vergessen: eine Sparte, die es erlaubt, alle anderen Sparten in sich zu vertilgen. Heute gibt es Tanzkongresse, Netzwerke und endlose In- und Out-Listen, was Tanz sein darf und was nicht, was er soll und was andere damit sollen. An diesem Heute sitzt ein Mann im Garten in Kettwig bei Essen mit drei alten Fotoapparaten, die er ab und zu hebt und mit ihnen auf Pfingstrosen zielt. Sagt plötzlich: «Tanz ist Freiheit zur Kunst». Sehr einfacher Satz. Mit einfachen Sätze ist es so eine Sache.
Man kann sie drehen und wenden, man kann an Cunningham denken oder eine Dissertation schreiben: Im Kern ist es ein Satz, den man sich einfach in die Probebühne hängen sollte. Mal schauen, was der Satz uns bedeutet. Heute dies, morgen das.
VA Wölfl ist einer der besten Kritiker der Tanzes, der es nie wagen würde, so einen Satz mit Inbrunst zu sagen. Er schmiert ihn hin wie Butter auf sein Croissant. «Dramaturgie», sagt der Kritiker auch der Kritiker, «ist das schlimmste, was dem Tanz passiert ist»: Sie gibt jeder Bewegung einen Sinn. Sofort wird aus Tanz ein Theaterstück, völlig uninteressant.» Nicht Kunst, sondern Theater. Keine Freiheit, sondern Theater. Darüber kann ...
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