Unendlich
Seine Kunstwerke sind so rasant und reißend wie seine Gedankenströme: Sturzfluten von Ideen, Neugier und schierer Brillanz. Mit seiner Gabe, künstlerisches Neuland zu betreten und mit neuesten Technologien zu experimentieren, hat sich der Choreograf Wayne Mc-Gregor der Aufgabe verschrieben, den menschlichen Körper innerhalb der digitalen Möglichkeitsräume am Anfang des dritten Jahrtausends neu zu verorten.
Seit jeher ein Fan von Science-Fiction, scheint sich McGregor seine kindliche Begeisterungsfähigkeit für Entdeckungen, unerforschte Welten und technologische Innovationen jeglicher Art bewahrt zu haben. Bereits in «Cyborg», einem seiner ersten Solo-Stücke, schlug sich diese Leidenschaft nieder. Späterhin integrierte McGregor Neurowissenschaften, Algorithmen und DNA-Sequenzierung in sein künstlerisches Schaffen (etwa in seiner Arbeit «Autobiography» von 2017, tanz 4/18). Daher überrascht es nicht, dass er schon seit Längerem von den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz fasziniert ist, die lebendige Wechselbeziehung zwischen Klang und Tanz neu zu justieren oder auch zu erschüttern, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der ungelösten Rätsel von Physik und Astrophysik. Derlei ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2025
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von
Newcomer
Amit Noy
Amit Noy weiß seine Wurzeln zu entflechten, und das allein ist beeindruckend. Noy kam in Hawaii zur Welt, als Sohn einer Mexikanerin und eines Israelis. Da ging es los: mit Hula. Als er zehn Jahre jung war, zog die Familie nach Neuseeland, wo Noy plötzlich jeden Montag zum israelischen Volkstanz ging. «Aber wir waren die einzigen Juden», lacht...
Im Mai hat Miles Greenberg seine Mission beendet: Der noch nicht einmal dreißigjährige Kanadier war Pina-Bausch-Gastprofessor und damit Nachfolger von Marina Abramović an der Folkwang Universität in Essen, wo in Kooperation mit dem Folkwang Museum zeitbasierte Kunst nachhaltig gefördert wird. Die 2022 eingerichtete, vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW...
Ein Mann in weißer Jeans und weißoranger Trainingsjacke legt mühevoll die Strecke entlang der weißen Backsteinwand am hinteren Bühnenrand des Schauspielhauses Wien zurück. Seine Bewegungen schwanken zwischen sorgfältiger Körperbeherrschung, über die er dank jahrelangen Trainings sichtlich verfügt, und Loslassen – der Hingabe an die Gesetze von Trägheit und...
