transmedial...
Veränderungen beginnen meist im Verborgenen. Etwa weil sich einige der Bedingungen tief im Inneren eines Systems verschieben, die dieses zusammenhalten. Zunächst hat sich nur eine Spannung aufgebaut, die kaum messbar ist, mit der Zeit aber wachsende Unregelmäßigkeiten erzeugt. Retrospektiv wird festgestellt werden, dass sich die kleine Wirkung in eine kleine Ursache für eine unvorhersehbar gewesene Kettenreaktion verwandelt hat, an deren Ende die Wirklichkeit sich erstaunlich verändert hat.
Interessant ist nicht nur, die Bewegungen und Verläufe solcher Veränderungen zu beobachten, sondern auch herauszufinden, ob der Wandel nun real stattfindet oder nur in der Wahrnehmung. Wer denkt schon selbstverständlich daran, dass, wer sicher im bequemen Sessel sitzt, in Wirklichkeit mit atemberaubender Geschwindigkeit und in Spiralen durch das Weltall bewegt wird und dass auch der Boden unter dem Sitzfleisch ständig in Bewegung ist und dass das Sitzfleisch nach etwa sieben Jahren auch nicht mehr dasselbe ist, weil alle Körperzellen durch neue ersetzt sind?
Irren ist nicht Irrsinn
Tanz kann eine Schule der Wahrnehmung sein. Wer sich mit ihm beschäftigt, lernt nicht nur, in solchen Dynamiken zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2011
Rubrik: ideen, Seite 60
von Helmut Ploebst
...nennt die australische Kompanie C!rca mit ihrem Choreografen Yaron Lifschitz den Körper. Aus der Akrobatik kommend, gehört die Kompanie seit 2006 zu den Revolutionären der Zirkusszene, weil sie als Mitautoren des cirque nouveau vor allem tänzerisch arbeitet und provoziert, dabei die Leistungsschau ablehnt und dafür auf Komik und Erotik setzt. Die ironischen...
Für eine Autobiografie fehlte ihm die Zeit. Aber Zeugnisse seiner Freundschaft gibt’s zuhauf. Ria Schneider hat nicht wenige davon gesammelt und im großzügig ausgestalteten Buch «Erinnerungen an José de Udaeta» zu einer Dankesgabe gebunden. Von Brita Adam bis Tomás Zybura reicht die Liste von insgesamt 88 Autoren, die mal beredt, mal weniger beredt Auskunft geben...
Es erstaunt, dass von George Balanchine so wenig seines Repertoires auf DVD erhältlich ist. Die Aufzeichnung des «Sommernachtstraums» aus der Mailänder Scala 2007 zeigt sogar einen unbekannteren Balanchine. In der Behandlung des Corps de ballet im ersten Akt und in der Konzeption des Divertissements im zweiten Akt erkennt man in seinem ersten abendfüllenden...
