avignon: für eine bastion immateriellen kulturguts

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Boris Charmatz, es gab viel Aufregung um das ­Fes­­tival von Avignon, als Kulturminis­-
­ter Frédéric Mitterrand entschied, ab 2013 den Theaterregisseur Olivier Py mit der Leitung zu betreuen. Py unterstrich sofort, dass er das ­Sprechtheater «verteidigen» werde gegen den «bösen» Tanz. Wie sehen Sie als diesjähriger artiste associé das Verhältnis zwischen den Kunstsprachen beim Festival?
Ich situiere mich überhaupt nicht in einer Polarität. Wir sind Künstler, fertig. Da war eine wunderbare Inszenierung von Claude Régy, «4.48 Psychosis» von ­Sarah Kane.

Das läuft unter ­Sprech­theater, aber alle Tänzer gingen hin. Wenn in Régys Regie Isabelle Hup­pert den Arm hebt, ergibt das einen der schönsten Tanzmomente überhaupt. Daher haben wir uns nie die Frage gestellt, wie viel Theater oder Tanz nun im Programm sind.

Wie verlief denn die Arbeit mit Hortense Archambault und Vincent Baudriller, den Noch-Intendanten des Festivals?
Mir gefiel, dass es ihnen nicht um Medienhype oder kurzfristige Aufmerksamkeit geht, obwohl sie unter starkem Erwartungsdruck ­stehen. Die Methode, jedes Jahr einen neuen artiste associé zu bestimmen, erlaubt es ihnen, langfris­tig zu denken. Wir haben ja nicht in dem ...

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Tanz Juli 2011
Rubrik: menschen, Seite 28
von Thomas Hahn

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