Show in den 1990er Jahren. Foto: Tanzschule Overrath
Tanzdynastien
Es gibt sie überall in Deutschland: Tanzschul-Dynastien. In Köln sind es die TV-bekannten Breuers. In Stuttgart die Burger-Schäfers, deren Gründer noch in Schlemmers «Triadischem Ballett» mitwirkten. In Nürnberg ist Familie Krebs seit 1883 im Tanzschul-Geschäft. In Essen sitzen die Overraths, die vor einem Jahr sozusagen mit einem anderen Clan fusionierten: dank des neuen Leiters Sven-Dominique Bellinghausen, Spross einer Wuppertaler Tanzschuldynastie.
Die Leidenschaft für den Tanz wird offenbar vererbt wie in Handwerksbetrieben der klischeegemäße Fleiß und in Großkonzernen die Gier.
Bürgerliche Etikette, betörender Taumel
Jahrzehntelang lehrten die Overraths die Essener bürgerliche Etikette auf dem Parkett. Sie überstanden die 1968er-Hippie- wie die Rocker- und Punkphasen, die den Gesellschaftstanz als Gipfel reaktionärer Spießigkeit verhöhnten. Egal, ob höhere Zechentochter oder ambitionierter Steigersohn, ob erotikentwöhnter Soldat, mächtiger ‹Krupp-Beamter› oder heutiger Daddel-Teenager – alle lernten sie, dass man die Frau nur behutsam in der Mitte ihres Rückens berührt, bei einem Schritt nicht nur die Beine, sondern am besten auch den restlichen Körper mitnimmt, dass der ...
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Tanz August/September 2017
Rubrik: Serie: Gesellschaftstanz, Seite 66
von Nicole Strecker
Im Förderdschungel
K3 war das größte Tanzplan-Projekt überhaupt, wie an allen anderen Standorten musste die Stadt auch hier ihr Scherflein beitragen. So wurden damals die Fördermittel für die freie Szene neu konzipiert und die Hamburger Projektförderung für Tanz und Theater um 100 000 Euro auf 400 000 Euro erhöht. Was erst mal ganz ordentlich klingt. Im Rahmen von...
Immer noch entwickelt sich das klassische Ballett weiter und entdeckt für sich neue Formen. Es ist die elaborierteste, die gehobenste Tanzform schlechthin. Man sieht Tänzerinnen und Tänzer, die Dinge bewerkstelligen, die sonst kein normaler Erdenmensch hinbekommen würde, und nicht selten blitzt ein göttlicher Funke auf. Aber beim klassischen Ballett geht es nicht...
Am besten betritt man den Dark Room einzeln. Obwohl, so dunkel ist es in dem Raum dann doch nicht, den der Choreograf Jiří Kylián mit seinen Fotos bestückt. Auch ist man nicht ganz allein. In einer Ecke scheint jemand, auf einem Stuhl sitzend, auf all die Objekte aufzupassen, die sich vom Besucher greifen lassen. Beim Nähertreten meint man Sabine Kupferberg zu...
