jess curtis...
Fast klingt es wie die Geschichte einer Obsession: die Suche nach Symmetrie. Bei ihm begann sie vor fünf Jahren inmitten des üblichen Trubels um physische Verausgabung in Luftnummern und am Boden sinnlicher Tatsachen. Keine Berührungsangst vor dem Unbekannten, keine Furcht vor Entblößung sollte die Sicht versperren.
Jess Curtis nummeriert seine Studien bis «#22», zelebriert sie in vielerlei Variationen und «re:Presentations»: auf Schiffen, in Galerien, Theatern, Universitäten, in einem Pumpwerk, auf Video, solo und zu zweit, als Gruppe, Massenphänomen oder verbannt in eine riesige, mit Wasser gefüllten Glasröhre. Letzteres ein amphibischer Tauchvorgang, der Monate an Übung und Überwindung von Angst verlangte.
«The Symmetry Project» von Jess Curtis und Maria Francesca Scaroni – zusammen mit dem Kontrabassisten und Komponisten Klaus Janek – ist die wohl beharrlichste Langzeitstudie der flüchtigsten aller Künste; schon 50-mal gestreut wurde von San Francisco quer über den großen Teich bis nach Budapest, Kopenhagen und Berlin, der Zweitheimat der beiden durch die fixe Idee zusammengeschmiedeten Tänzerforscher. Auch die Trennung als Paar kann die Performer und Ko-Autoren nicht davon ...
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Tanz August/September 2011
Rubrik: menschen, Seite 48
von Irene Sieben
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