Sommernachtstango
Meistens tanzen sie hinter verschlossenen Türen, auf glatten Parkettböden: Tangotänzerinnen in eleganten Kleidern, Tangotänzer in feinen Hemden. Der Sommer öffnet ihnen andere Räume, in München oder anderswo. Melancholische Tangomusik schallt aus Lautsprechern über öffentliche Plätze. Die Kleidung ist leger. «Open Street Milongas» heißen die Tango-Stunden, die zusehends in Mode kommen und ein Stück der lebendigen Straßenatmosphäre Argentiniens nach Deutschland bringen.
Es scheint, als mache das Tanzen unter freiem Himmel die Menschen offener – sowohl Tänzer als auch Zuschauer.
Ein Paar hat sich zum Picknick auf der Treppe niedergelassen, genießt Brot, Trauben und Wein. Jugendliche albern herum, mischen sich manchmal unter die Tango-Tänzer. «Herrlichster Raum inmitten antiker Gebäude, hohe Säulen, glatter polierter Muschelkalk-Boden, Sonnenuntergang, Blick auf einen weiten magischen Platz», so kündigt Levent Göksu seine Veranstaltung «Freiluft-Tango» in München an. An jedem regenfreien Sommerabend treffen sich Tango-Tänzer und Interessierte ab sieben Uhr auf dem Königsplatz, vor der Kulisse der Museumsarkaden. Neugierige stehen am Rand, machen Fotos oder schauen zu. «Wir sind eine ...
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Nein, kein Treppenwitz. Jiří Bubenícek meint es ernst, wenn es am Ende seines Balletts ganz offensichtlich heißt: «Knockin‘ on Heaven‘s Door». Oscar Alonso jedenfalls steigt die Stufen empor, die uns, so der Choreograf, «näher an die Wahrheit» bringen, und pocht an eine imaginäre Tür. Was für Erkenntnisräume sich ihm dahinter auftun, bleibt dem Zuschauer...
Der Blick ins Programmheft löst Beklommenheit aus: Tschaikowsky, Alfred Schnittke und Cat Stevens, Soft-Song-Ikone der 1970er-Jahre, sollen die musikalische Rahmung besorgen? Reichlich dissonante Mischung, die nichts Gutes ahnen lässt für die Aufführung, die gleich in Hamburgs Staatsoper anrollen wird. Drei Stunden später ist man bekehrt, und damit keineswegs...
Sie sollte ja nicht. Eigentlich. Mathilde Monnier hatte sich offiziell von der Kreation und nach Paris verabschiedet, da sie sich um das Wohl des Centre National de la Danse zu kümmern hat, dessen Geschicke sie seit Januar 2014 leitet. Dort rief sie neue Projekte ins Leben, allen voran «Camping», das internationale Treffen von Tanz- und Kunsthochschulen, das im...
