Sinn und Sinnlichkeit

Marcelino Sambé ist eine Mischung aus enormer Begabung, hinreißendem Wesen und einer Art Glücksprinz. Den Principal des Royal Ballet London getroffen hat Mike Dixon

Tanz - Logo

Dieser junge Mann fühlt sich wohl in seiner Haut. Er verströmt ein natürlich-entspanntes Körpergefühl. Zugleich lässt seine energiegeladene Ausstrahlung springlebendige Bilder erstehen, zum Beispiel vom bunten Trubel eines Wanderzirkus samt dem dazugehörigen Personal von Starkem Mann, Trapezkünstlern, Clowns und Jongleuren. Marcelino Sambé trägt einen grauen Velours-Pullover, dazu passende Jazz-Pants. Im Gespräch flackert immer wieder sein breites Grinsen auf, er zeigt es oft und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Im Schnellschritt nach ganz oben
Eben ist er von einem zweiwöchigen «Giselle»-Gastspiel aus Lissabon zurückgekehrt. Sambé liebt das typische Licht seiner Heimatstadt, wie es Gesichter zum Erstrahlen bringt. Auch die der Familie Barroso, die ihn als kleines Kind adoptierte und die er gerade wiedergesehen hat. Seine Geschichte ist inspirierend, persönlich wie beruflich. Trotz einer zunächst vollkommen ballettfernen Kindheit hat es Marcelino Sambé geschafft, bei den einschlägigen internationalen Wettbewerben in Lausanne, Jackson (Mississippi) und Moskau auf sich aufmerksam zu machen. Im Alter von acht Jahren tanzte er ohne jede balletttechnische Vorbildung am Conservatório ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2023
Rubrik: Menschen, Seite 27
von Mike Dixon

Weitere Beiträge
Mordswut

Skurrile, karnevaleske Kostüme und Schminke sind typisch für die Figuren in den Stücken der von den Kapverden stammenden portugiesischen Choreografin Marlene Monteiro Freitas. Es sind Gestalten, die sich oft in höchster Anspannung bewegen, mit verzerrten Gesichtern, eckigen Gesten und hampelnden Schritten. Das war bereits 2010 in dem Solo «Guintche» so, und es...

Rykena/Jüngst «Sense of Wonder»

In Andrei Tarkowskis Filmklassiker «Stalker» (1979) wird eine sogenannte «Zone» beschrieben: Eine abgeriegelte Gegend, in der die Naturgesetze sich verändert haben, möglicherweise nach einer Katastrophe oder nach dem Besuch von Außerirdischen. Klar ist: Die Zone ist gefährlich. Und die Artefakte in der Zone sind von hohem Wert. Im Zentrum befindet sich ein Raum, in...

Artwork

Ein Theater plant eine Produktion. Das heißt: Erst einmal wird ein Dispositionsplan erstellt, dann werden Räume belegt, die technischen und künstlerischen Anforderungen wollen eingerechnet werden … Und meist gerät die Planung hier ins Schleudern, beschreibt Miriam Seixas die typischen Probleme. Seixas hat für das Hamburger Ausstellungshaus Deichtorhallen gemeinsam...