sie/ihr oder she/her
das sind meine Pronomina und immer öfter nenne ich sie direkt dazu, wenn ich mich jemandem vorstelle. Das zu normalisieren, gibt trans Personen sowie Menschen, die sich außerhalb eines binären Geschlechtersystems verorten, die Chance, sichtbar zu werden und unangenehme Korrekturen oder Aufklärungsgespräche zu vermeiden. So weit, so einleuchtend. Aber warum ist das relevant für tanz? Im Redaktionsalltag kommen wir mit der-die-das und er-sie-es manchmal nicht weiter.
So zum Beispiel kürzlich: In einem Text wird über eine Person auf der Bühne geschrieben, «sie» wird als Pronomen verwendet – aber was, wenn es sich dabei um eine Person handelt, die sich eigentlich ein anderes Pronomen wünscht?
Die Menschen, über die unsere Autor*innen in einer Kritik schreiben, stellen sich ihnen im Normalfall nicht persönlich vor – und die geschlechtliche Identität ist nicht unbedingt auf den ersten Blick sichtbar. Konsens ist, aus einer Position des Respekts den Künstler*innen gegenüber zu schreiben. Bei wem liegt aber die Verantwortung, ein sogenanntes Misgendern, also das Verwenden von Pronomina, mit denen sich eine Person nicht identifiziert, zu verhindern? Liegt sie bei den Personen selbst, die ...
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Tanz April 2024
Rubrik: warm-up, Seite 1
von Johanna Rau
TANZTHEORIE UND -PRAXIS
Nur alle paar Jahre bringt der deutschsprachige Buchmarkt standardwerkverdächtige Publikationen zum Thema Tanz hervor. Aber der knapp tausendseitige Band, den Beate Hochholdinger-Reiterer, Christina Thurner und Julia Wehren unlängst unter dem Titel «Theater und Tanz. Handbuch für Wissenschaft und Studium» bei der Nomos Verlagsgesellschaft...
Der Fußball hat Jérôme Boateng, der Schlager hat Roberto Blanco. Was hat der Zirkus? Auf jeden Fall keine Stars, die man auf der Straße erkennt, auch wenn man sich für das Genre gar nicht interessiert. Also konstruiert man sich Stars. Und wie macht man das? Mittels einer Castingshow namens «Showdown», in der sich sieben Artist*innen verausgaben. Behauptet zumindest...
«Ich bin Choreografin gewesen, lange bevor ich Tänzerin war», eröffnet mir Arielle Smith, als wir uns treffen, um über ihre bislang noch kurze, dafür umso imposantere Karriere zu sprechen. Sie ist erst 27 Jahre alt, hat aber bereits den prestigeträchtigen «Olivier Award for Outstanding Achievement in Dance» sowie im Jahr 2021 den «UK National Dance Award for...
