Schule des Hamburg Ballett
Gigi Hyatt, der Übergang von der Ausbildung in die Praxis erfolgt nicht bruchlos. Sie leiten die Schule des Hamburg Ballett, wie bereiten Sie die Absolventen auf den Ernstfall vor – technisch, physisch, psychisch? Wir versuchen eine sehr starke klassische Ausbildung zu geben; John Neumeier legt aber von Anfang an ebenso viel Wert auf Kreativität.
Das geht so weit, dass die Schüler der Theaterklasse im Fach «Tanzkomposition» eigene Choreografien entwickeln und für alle Aspekte ihrer Präsentation verantwortlich zeichnen, Probenplanung und Casting inklusive. Das versetzt sie letztlich in die Lage, sich in einen Choreografen oder Direktor hineinzudenken – was beim Vortanzen hilfreich ist.
Gibt es denn ganz praktische Hilfen? Wir üben in der 8. Klasse beispielsweise, wie man einen Lebenslauf schreibt und eine Bewerbungsmappe erstellt. Auch beraten wir die Schüler bei der Wahl einer klassischen und zeitgenössischen Varia-tion. Schließlich sollen bei einer Audition ihre Stärken augenfällig werden.
Die Anforderungen unterscheiden sich von Kompanie zu Kompanie. So ist es. Wir besprechen deshalb mit jedem Einzelnen, wo er am besten vortanzen sollte. Natürlich hat jeder seine Traumkompanie. ...
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Tanz Juli 2017
Rubrik: Praxis, Seite 72
von Hartmut Regitz
Ihr jüngstes Werk nennt sie ein «Bacchanal – Vorspiel zur Katharsis» – ein Titel, der an das legendäre dionysische Fest der alten Griechen erinnert, dem eine reinigende, also kathartische Wirkung aus wildem Tanz, wildem Wein und wilder Ekstase zugeschrieben wurde. Katholisch verbrämt findet sich dieses Fest heute in Ansätzen noch in der Altstadt von Salvador de...
Es war Zufall, dass ich bei dieser Geburt einer Tanzkompanie direkt neben der Mutter von Richard Siegal zu sitzen kam. Ihre Nervosität wurde so auch meine, als sie sagte, es sei überaus riskant, eine freie Gruppe in München zu gründen, in einem System, das – staatlich finanziert – doch ganz sicher die etablierte Konkurrenz bevorzugen wird. Und dann erzählte die...
Die Frau im weißen Anzug ist mir damals sofort aufgefallen. Sie stand im Foyer der Deutschen Oper Berlin. Es muss Mitte der 1990er-Jahre gewesen sein. Und plauderte. Welche junge Frau zeigte sich damals schon in einem weißen Anzug? Das Premierenpublikum in der Bismarckstraße trug entweder schwarz oder aus der Mode gekommene Abendkleider garniert mit Fettpolstern....
