Rituale: Bridget Breiner
Eigentlich betrachte ich mich als einen ziemlich rationalen und wenig abergläubischen Menschen. Aber wenn es um Auftritte geht, sieht das ganz anders aus. Mit den Jahren habe ich so viele Glücksbringer angehäuft und Rituale ausprobiert, dass ich mich immer mal wieder einer gründlichen Anti-Aberglauben-Prozedur unterziehe und ein paar Gegenstände ausmustere. Schließlich sind ja nicht die Rituale das Wichtigste, sondern jede einzelne Vorstellung!
Was ich allerdings bis heute praktiziere, sind eine Reihe von Atem-übungen, die mir vor vielen Jahren eine Yoga-Lehrerin beibrachte.
Das Ganze dauert etwa zehn Minuten und hilft mir, mich einerseits zu beruhigen und andererseits wacher zu machen. Ich mache die Übungen vor jedem Auftritt, am liebsten in einem Raum, wo mich niemand hören kann. Denn es gehören lautes Ausatmen mit Stimmeinsatz dazu und auch gruselige Gesichtsakrobatik: Schon mehrfach -habe ich mein Garderobenpersonal damit verschreckt. Diese Atem-übungen sind mittlerweile wie ein Reflex – erst kürzlich bin ich nach einer 18-monatigen Pause unerwartet auf die Bühne zurückgekehrt und musste feststellen, dass ich die Übungen ganz unwillkürlich machte: Sie sind mir offenbar in ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 13
von
Einen Talisman oder ein konkretes Ritual vor dem Betreten der Bühne habe ich nicht. Aber ich besitze zwei Gegenstände, die mir im Alltag sehr viel bedeuten: einen schwarzen und einen weißen Stein. Ich trage sie mit mir herum, wohin ich auch gehe – außer beim Tanzen, versteht sich. Sie sollen gute Energien anziehen und schlechte Energien abwenden. Ich muss wohl...
Ein Hoffnungsträger? Sicher nicht, wenn man sich die bedeutenden Personalentscheidungen anschaut, die Berlins Kultursenator Klaus Lederer in den bald zwei Jahren seiner Amtszeit getroffen hat. Nur bei der von #MeToo-Vorwürfen erschütterten Gedenkstätte für die Stasi-Opfer in Hohenschönhausen samt dem ungeliebten, zumindest umstrittenen Leiter Hubertus Knabe hat der...
Bei Jan Casier springt das Besondere einer Bühnenfigur sofort ins Auge. Vergleichbar einem weichen Handschuh kehrt der belgische Tänzer das Innere einer Figur nach außen und lässt den Zuschauer am Offenbarten teilhaben. Diese Begabung prägt die Rollen, die er tanzt, auf unverwechselbare Art und Weise. Es war im Oktober 2013, in Christian Spucks Ballett «Woyzeck» am...
