Renato Zanella
Renato Zanella, von September 2011 bis Dezember 2015 haben Sie das Griechische Nationalballett in Athen mitten durch die Finanzkrise geführt. Wie hat das funktioniert?
Ich habe der ‹guten› Wiener Schule unter dem Staatsopern-Intendanten Ioan Holender in dem Zusammenhang einiges zu verdanken. Denn da gab es stets harte Verhandlungen, es musste um jeden Cent gekämpft werden, und es wurde durchaus auch spielplantechnisch mitgeredet. Der Wiener Kurs war auf größtmögliche Sparsamkeit bei dennoch attraktivem künstlerischem Output angelegt.
In Athen habe ich mich als Direktor so verstanden, wie ich es jetzt auch in Bukarest tue: Ich bin so etwas wie ein neuer Motor, und der sollte nur eine Zeitlang im Einsatz sein. Dagegen sah die Einstellung an solchen Häusern bis dato oft so aus, dass sich Leitungsteams sehr langfristig etablierten und es darauf anlegten, eine Lebensstellung zu erreichen. Damit kann die künstlerische Produktion in Gefahr geraten, das lässt sich fast als Vergewaltigung der Kunst bezeichnen. Die Manipulationsgefahr ist hoch. Als Ballettchef weißt du da mitunter nicht mehr, wo du bist, oben oder unten.
Wenn es um langfristige Verpflichtungen geht, gibt es zumindest in ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Andrea Amort
Anders als etwa Paris, Berlin oder London werden die großen Städte Spaniens für ihren künstlerischen Reichtum selten gepriesen. Diese mangelnde internationale Aufmerksamkeit bedeutet freilich nicht, dass hier nicht wichtige Projekte und Talente von Weltrang gedeihen würden. Spanien ist ein Land, das auf eine lange kunstgeschichtliche Tradition zurückblicken kann,...
Enthüllt: John Neumeier ist ab sofort im Foyer der Hamburgischen Staatsoper dauerhaft präsent – auf einem Porträt von Jochen Hein, das den Ballettintendanten im Format 180 mal 130 cm in Acrylfarben auf Jute zeigt. Das Werk ist eine Leihgabe der Elsbeth Weichmann Gesellschaft.
Neumeier-Schüler Ralf Dörnen, seit 1997 überaus erfolgreicher Direktor und Chefchoreograf...
Baden-Baden
Schwanensee
Rund um Weihnachten werden sich echte Ballett-Liebhaber weder in den alpinen Ski-Zirkus noch auf mediterrane Sonnentankstellen begeben. Ihr Wallfahrtsort heißt Baden-Baden, wo auch in diesem Jahr das Sankt Petersburger Mariinsky-Ballett gastiert, mit dem dreiteiligen Programm «Chopiniana», «The Firebird», «Scheherazade» (21. Dez.), «Giselle»...
