Renato Zanella

Erst Athen, jetzt Bukarest: Wie krisengeschüttelte Kompanien von den Erfahrungen des ehemaligen Direktors des Wiener Staatsballetts profitieren

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Renato Zanella, von September 2011 bis Dezember 2015 haben Sie das Griechische Nationalballett in Athen mitten durch die Finanzkrise geführt. Wie hat das funktioniert? 

Ich habe der ‹guten› Wiener Schule unter dem Staatsopern-Intendanten Ioan Holender in dem Zusammenhang einiges zu verdanken. Denn da gab es stets harte Verhandlungen, es musste um jeden Cent gekämpft werden, und es wurde durchaus auch spielplantechnisch mitgeredet. Der Wiener Kurs war auf größtmögliche Sparsamkeit bei dennoch attraktivem künstlerischem Output angelegt.

In Athen habe ich mich als Direktor so verstanden, wie ich es jetzt auch in Bukarest tue: Ich bin so etwas wie ein neuer Motor, und der sollte nur eine Zeitlang im Einsatz sein. Dagegen sah die Einstellung an solchen Häusern bis dato oft so aus, dass sich Leitungsteams sehr langfristig etablierten und es darauf anlegten, eine Lebensstellung zu erreichen. Damit kann die künstlerische Produktion in Gefahr geraten, das lässt sich fast als Vergewaltigung der Kunst bezeichnen. Die Manipulationsgefahr ist hoch. Als Ballettchef weißt du da mitunter nicht mehr, wo du bist, oben oder unten.

 

Wenn es um langfristige Verpflichtungen geht, gibt es zumindest in ...

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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Andrea Amort

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