Parkett International: Skandinavien

Die Schweden kommen. Sie erobern Dänemarks zeitgenössische Tanzszene. In Finnland feiert das «Kuopio Dance Festival» seinen 50. Geburtstag und in Norwegen gilt: Auf nach Afrika!

Tanz - Logo

Marie Brolin-Tani, künstlerische Leiterin der Black Box Dance Company, hat diesen aktuellen schwedischen Zustrom vermutlich in Gang gesetzt. Ihre jüngste Zusammenarbeit mit der Filmregisseurin Susanne Bier für «Elsker dig for evigt» («Love you forever») ist seit über einem Jahr in ganz Dänemark ein Riesenerfolg.

Einen solchen verbucht auch Pontus Lidberg. Im April 2018 wurde er künstlerischer Leiter am Danish Dance Theatre. Noch muss er sich in dieser Funktion beweisen. Immerhin ist er damit schon wieder etwas näher an Schweden herangerückt.

Bislang musste man weit reisen: nach Italien, Frankreich, Kuba oder in die USA, um Stücke wie «Siren» (2018) oder «Les Noces» (2019) zu erleben. 

Danjel Andersson ist ein weiterer Eindringling aus Schweden. Er kam im Frühjahr 2019 an die Dansehallerne in Kopenhagen. Sein Auftrag: diesen Veranstaltungsort für die zeitgenössische Szene zu einem Tanzzentrum auszubauen. Und auch die Dänische Nationalschule für Darstellende Kunst wird von einem Schweden geleitet: Rasmus Ölme, der das Programm für Tanz und Choreografie verantwortet und so künftige Generationen dänischer Tanzkünstler beeinflusst. 

Die dänische Kompanie Corpus führt Tim Matiakis ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Parkett International, Seite 156
von Nancy Westman

Weitere Beiträge
Parkett International: Frankreich I

In Paris war es eine gute Spielzeit für Liebhaber von Tschaikowskys «Schwanensee», für die Fans, die sich nicht sattsehen können an diesem choreografischen und musikalischen Monument und darauf brennen, die psychoanalytisch verankerte Nurejew-Fassung von 1984 immer wieder auf ihre Schlüssigkeit hin abzuklopfen. Der damalige Ballettchef schuf ein höllisches Quartett...

Hoffnungsträger: Reut Shemesh

Da hat eine ihr Thema gefunden. Da bohrt sich eine Choreografin unerbittlich zu den Tiefenschichten ihres Bewusstseins durch, spürt ihren Traumata nach oder auch nur den leichten Irritationen, die unterhalb der Wahrnehmungsschwelle für Unbehagen in ihrem Leben sorgen. Reut Shemesh, 1982 in Tel Aviv geboren und aufgewachsen in einer Familie, in der die eine Hälfte...

Rituale: Peter Pleyer

Zuerst dachte ich – nein, ich habe keinen Glücksbringer, den ich immer dabei habe, wenn ich eine Vorstellung tanze. Ich habe den Theater-Aberglauben hinter mir gelassen, als ich 1989 das Landestheater Castrop-Rauxel verließ, um Neuen Tanz in Arnheim zu studieren.

Gleichzeitig steckte ich aber in den Vorbereitungen für mein neues Solo «triton tanzt. twisted...