Parkett International: Frankreich
Die französischen Opern, allen voran die Opéra National de Paris, wurden bestreikt. Teilweise wochenlang, mit entsprechend katastrophalen Folgen für die Bilanz. Es ging unter anderem um Sonderregelungen bei der Rentenreform, die nicht zuletzt auch die Pariser Tänzerinnen und Tänzer ein paar Privilegien kosten sollten.
Nicht alle Welt hatte Verständnis für ihre Kampfbereitschaft, aber da ja auch die Metro, die Züge, die Museen, ja weite Teile des öffentlichen Lebens stillstanden, gehörten die geschlossenen Opernportale ganz einfach zu einer Nation – im Shutdown vor dem eigentlichen Shutdown. Der kam nur ein paar Wochen später und rollte über das Land hinweg wie eine Walze. Ähnlich wie in Deutschland waren auch hier die Freelancer am härtesten betroffen, und wer geglaubt hatte, die Kulturnation Frankreich werde das Kunstschaffen für systemrelevanter halten, als es bei den Nachbarn der Fall war, der sah sich getäuscht. Es wird lange dauern, bis man wieder festen Boden unter den Füßen hat, derzeit zittern immer noch viele um die eigene Existenz.
Aus der radikal verkürzten Saison wird immerhin ein Ereignis in Erinnerung bleiben: Crystal Pites «Body and Soul», choreografiert für 41 ...
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Tanz Jahrbuch 2020
Rubrik: Parkett International, Seite 136
von Rosita Boisseau
2007 saß ich in einem Flugzeug von Melbourne nach Paris. Wir hatten gerade «The Show Must Go On» gespielt. In den Zeitungen an Bord las ich einen Artikel, in dem es hieß, dass aufgrund der Klimaerwärmung jede*r seine CO2-Emissionen reduzieren müsse. Mit mir waren 20 Tänzer*innen im Flugzeug. Sofort kam mir die Idee, künftig nicht mehr mit der ganzen Kompanie zu...
Es ist fast 20 Jahre her, seit Alina Cojocaru bei der «Nijinsky-Gala 2001» in Hamburg nicht nur den Pas de deux aus «Blumenfest in Genzano», sondern auch den zweiten Akt aus «Giselle» mit Ethan Stiefel tanzte. Obwohl ich Alina zuvor als faszinierende Tänzerin in London erlebt hatte, wurde dieser Gala-Auftritt in Hamburg für mich zu einer Offenbarung. Ihre...
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