Nussknacker
Nicht nur zur Weihnachtszeit möchte man die Nuss knacken. Doch wie soll man auf der Ballettbühne das Immergrün des Tannenbaums zum Verschwinden bringen? Wie einen Klimawandel begründen, der im Frühjahr oder Herbst die Schneeflocken walzerselig tanzen lässt? Peter Tschaikowsky hat dafür die Musik geschrieben, und die lässt sich allenfalls umdeuten, nicht aber ignorieren.
Schließlich gehört sie mit zum Schönsten, was dem Ton-setzer eingefallen ist, wie überhaupt sein «Nussknacker» nach Meinung vieler Experten ungleich filigraner, formbewusster, kurz: stimmiger komponiert ist als sein «Dornröschen» oder der «Schwanensee», der allerdings aus einem anderen Grund zum Signaturstück einer ganzen Ballettepoche geworden ist.
Wäre da nicht die Geschichte, weswegen sich schon die «Serapions-Brüder» in die Wolle kriegen. Für den ersten der vier gleichnamigen Sammelbände hat E. T. A. Hoffmann nicht nur sein 1816 erstmals veröffentlichtes Kindermärchen «Nussknacker und Mausekönig» überarbeitet. Er lässt es darin auch von Lothar als seinem Alter Ego erzählen, und der stellt sich im Anschluss dem Widerspruch seiner anderen Stellvertreter – ein Kunstgriff, der auf raffinierte Weise alle ...
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Tanz Dezember 2016
Rubrik: Produktionen, Seite 8
von Hartmut Regitz
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«Alles, was zählt, ist Neugier.» Bonnie Bainbridge Cohen sagt‘s und lockt in die Historie des Wachsens und Werdens. «Fühle die Form, begreife die Geschichte und den Flow» – und schon wirst du hineingesogen in eine Welt der Wunder: die Entstehung und Transformation der ureigenen Existenz. Da jede Zelle bei ihrer Entstehung mit einem persönlichen Marker...
