Neuanfang
Am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin wird Xenia Wiest ab Sommer die Tanzsparte leiten. Sie setzt auf Rundumerneuerung. Fast das gesamte Ensemble muss gehen. Das ist so üblich wie umstritten. Wir veröffentlichen ein Statement der Tänzer, eine juristische Einschätzung und eine Stellungnahme von Xenia Wiest: drei verschiedene Blickwinkel in Sachen «Nicht-Verlängerung»
Xenia Wiest, was ist aus Ihrer Sicht wichtig daran, dass Sie ein Revirement vornehmen können?
Als neue Ballettdirektorin am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin habe ich von der neuen Theaterleitung den Auftrag erhalten, die Sparte künstlerisch neu auszurichten. Das klassische Ballett soll gestärkt werden und modern ins 21. Jahrhundert weisen. Dafür stehe ich mit meiner künstlerischen Arbeit als langjähriges Mitglied des Staatsballetts Berlin und als Choreografin sowie junge Direktorin.
Ich habe für die Kompanie viel vor, möchte die Ballettsparte langfristig stärken und über Schwerin hinaus internationale Ausstrahlungskraft gewinnen. Dazu brauche ich ein engagiertes Team, das einerseits einen Zugang zu meiner künstlerischen Handschrift sowie Kompetenzen in Marketing und Management mitbringt. Deshalb wird es neben der Position des Ballettmeisters/der Ballettmeisterin eine neue Stelle im Bereich Kompaniemanagement geben, die gezielt inhaltliche wie administrative Angelegenheiten verantwortet. Mit unserem Neustart suchen wir nach Tänzer*innen, die meine Arbeit bestmöglich stilistisch wie künstlerisch mittragen und verkörpern.
Auf welche Weise haben Sie die derzeit noch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2021
Rubrik: Praxis, Seite 48
von Redaktion
Mit diesem Statement hoffen wir, die Tänzerinnen und Tänzer des Mecklenburgischen Staatstheaters, das öffentliche Bewusstsein für die Lebensrealität von Tänzerinnen und Tänzern in Deutschland zu schärfen und aufzuzeigen, was es bedeutet, in Deutschland als Tänzer bzw. Tänzerin quasi komplett ersetzbar zu sein.
Wie Millionen anderer Menschen weltweit haben wir im...
TANZ STATION – BARMER BAHNHOF WUPPERTAL
Wenige Tage nach der Stürmung des US-Capitols am 6. Januar 2021 spreche ich via Zoom von Philadelphia aus mit Thusnelda Mercy und Pascal Merighi in Wuppertal. Trotz Corona haben die beiden an zukunftsträchtigen Tanzprojekten weitergearbeitet. Mercy und Merighi, die beide bei Pina Bausch getanzt haben, teilen sich die Leitung...
Ein letztes Mal, der letzte Tanz. Der Künstlerische Leiter der Dance Company des Theaters Osnabrück, Mauro de Candia, verlässt das Haus, und so findet die Reihe «Open Windows», in der Ensemblemitglieder sowohl als Choreograf*innen als auch als Tänzer*innen agieren, mit Teil IX ihr Ende. Gleichzeitig ist es der erste Versuch, von der Bühne des emma-theaters aus...
