münchen: balanchine, barton, robbins «adam is» u. a.
Ob Aszure Barton dem Bayerischen Staatsballett einen Bären aufgebunden hat? Auf jeden Fall hockt ein gigantischer Teddy auf der Bühne des Nationaltheaters, und gleich neun Akteure zollen dem Tier im Mann auf tänzerische Weise Tribut. Auf jeden Fall hat Burke Brown mit dem obskuren Objekt kindischer Begierden einen attraktiven Blickfang geschaffen: anfangs geheimnisumwittert, weil man seine Größe allenfalls ahnt, und auch dann noch dominant, wenn sich der Bär im weiteren Verlauf brummend zu verniedlichen scheint.
Eine Funktion hat er nie – es sei denn, man akzeptiert ihn als Katalysator einer kraftvollen Choreografie, die sich selbst in intimeren Szenen virtuos viril gibt. Wie im Titel «Adam is» angedeutet, werden nicht wirkliche Entwicklungen aufgezeigt, sondern Machismo-Momente vorgeführt: mal kämpferisch ausgeformt in den Ensembles, mal anrührend in einem Duo. Dazu passend die Kostüme von Michelle Jank, die ihren Anzügen einen Leoparden-Print verpasst, der Javier Amo, Jonah Cook, Léonard Engel, Nicholas Losada, Erik Murzagaliyev, Ilia Sarkisov, Shawn Throop, Matej Urban und Nicola Strada zwar gleich aussehen lässt, nicht aber ihren individuellen Spielraum behindert – nach Maßgabe ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2016
Rubrik: Kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz
Sie sind als Tanztherapeutin und Dance Ability Trainerin tätig. Woher rührt Ihr starkes Interesse an Bewegung und Tanz?
Ich bin von Natur aus ein sehr neugieriger Mensch und war schon als Kind fasziniert davon, wie Menschen sich bewegen. Durch eine angeborene spastische Lähmung konnte ich bis zu meinem siebten Lebensjahr nicht laufen. Auch heute noch muss ich viele...
«Und bevor man noch das Gesehene und die Gedanken synchronisieren konnte, war Kennedy ein Etwas, das auf dem schmierigen Boden lag, und zwei oder drei andere waren mit ihm hinabgesunken. Dazu eine Explosion aus Geschrei und Rufen und die Klagelaute von Mädchen in Miniröcken.» So beschreibt es später ein Augenzeuge, ein wortgewandter Journalist. Dieser Kennedy war...
Er fotografiere nicht Tänzer, sagt Paul Hutchinson, sondern Menschen. Der Deutsch-Ire meint das mit Respekt. Er wuchs in der Berliner Hip-Hop-Szene auf, das Breaking war sein eigener Rückzugsort. Der Lärm des Körpers am Ausgang der Pubertät verlangte nach inwendiger Aufmerksamkeit. Dass er dies so erfahren hat, sieht man auf den ersten Blick: Es herrscht eine...
