Monte Carlo 1890-190. Foto: Library of Congress

Monte Carlo

Eldorado des Balletts

Tanz - Logo

Nimmt man von Nizza kommend die Küstenstraße, wo das zunächst hinter Hügeln verborgene Mittelmeer uns unvermittelt mit seiner Verführungskunst blendet, muss man beim Anblick des wie eine vorgelagerte Festung aus dem Wasser aufragenden, vom Fürstenpalast beherrschten Felsens erst einmal die Augen schließen.

Vom Monaco Diaghilews und seiner Ballets russes ist nichts mehr geblieben in dieser Favela aus Beton, wo die Gebäude sich in dem begrenzten Raum, den das Gebirge ihnen an seinen Ausläufern lässt, dicht an dicht zusammendrängen, auch noch den letzten Quadratmeter besetzen, ihre Nachbarn zu übertrumpfen suchen, um vom obersten Balkon einen Blick auf das Meer zu erhaschen, bevor sie selbst von den noch mächtigeren, noch luxuriöseren ausgestochen werden. Bis hin zu dem Wolkenkratzer, der alles andere in den Schatten stellt, die Tour Odéon, die mit ihrer gewaltigen Glasfront die Stadt unter sich begräbt und mit einem 3300 Quadratmeter großen Miniatursee für das teuerste Penthouse der Welt dem Meer selbst Konkurrenz machen will.

Inmitten dieser umzingelten, verzwergten Ungetüme, von denen so manche nie wieder das Licht der Sonne sehen werden, entdeckt man bei einem Streifzug durch die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Mythische Orte, Seite 16
von Jean Rouaud

Weitere Beiträge
Nur raus

Ich weiß nicht, wer diese Anregung geprägt hat: «Move out of your comfort zone». Ich persönlich habe sie vor vielen Jahren in einem Workshop von Andrew Harwood erstmals bewusst wahrgenommen und konnte mich sofort damit identifizieren.

Die Komfortzone verlassen, sich ins Ungewohnte bewegen, etwas anderes tun oder es zumindest auf eine andere Art und Weise versuchen....

Juanjo Arqués

Als Ted Brandsen, Direktor von Het Nationale Ballet, seine Kollegen und Kolleginnen im Februar zum Branchentreff nach Amsterdam lud, ließ er es nicht bei grauer Theorie bewenden. Im Rahmen der Konferenz «Positioning Ballet» präsentierte Brandsens Truppe «Made in Amsterdam» – sechs Beiträge aus der Abteilung «High-End-Kunst» an zwei Abenden. Gleich das allererste...

deufert&plischke: Lieber Tanz,

Berlin, 6. Juli 2017

Lieber Tanz,

in den letzten Jahren haben wir dir so viele Briefe geschrieben, und noch immer antwortest du nicht. Wir warten darauf wohlwissend, dass Schreiben nicht so dein Ding ist. In der Zwischenzeit werden wir die Menschen weiterhin bitten, dich anzuschreiben, um dir zu sagen, was ihnen wichtig ist in Bezug auf dich, wie sie mit dir leben...