Mission: Ermöglichen
Schon als Tänzerin war Birgit Keil eine Ausnahmeerscheinung: die Ballerina von Weltformat, auf die Deutschland, wie der amerikanische Kritiker Clive Barnes einmal anmerkte, so lange hatte warten müssen. Im Star-Quartett des Stuttgarter Ballettwunders der 1960er-Jahre war sie das heimische Gewächs. John Cranko, der sie 1961 ans Stuttgarter Ballett holte und sie 1963, da war Birgit Keil 19 Jahre jung, zur Solistin beförderte, nannte sie liebevoll seine «Baby-Ballerina».
Horst Koegler, der deutsche Ballettpapst, adelte die Tänzerin, die mit einem lyrischen Fließen ihrer überlangen Gliedmaßen auf sich aufmerksam machte, zur «Elegantissima». Mit Richard Cragun, Márcia Haydée und Egon Madsen bildete sie das Viergestirn, dem John Cranko in «Initialen R.B.M.E.» ein Denkmal setzte. 1980 zur Kammertänzerin der Stuttgarter Staatstheater ernannt, trat sie mit Weltstars wie Mikhail Baryshnikov und Rudolf Nurejew auf.
Fördern in allen erdenklichen Spielarten
Kaum zu glauben, dass das Beste in Birgit Keils Karriere erst noch kommen sollte, nachdem sie 1995 ihre aktive Karriere beendet und sich von der Bühne zurückgezogen hatte. Und doch: Als Pädagogin, als Direktorin und als Förderin wurde sie ...
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Tanz Oktober 2019
Rubrik: Menschen, Seite 38
von Andrea Kachelrieß
Eingespannt in linienförmige Gebilde und mitten in einem energetischen Feld, so agiert die Performerin in schwarzem Tanztrikot und schwarzer Strumpfhose. Das, woran sie gefesselt ist, sind ebenfalls Strumpfhosen. Neun, zehn Befestigungspunkte und die Elastizität des Materials bestimmen den Radius ihrer Bewegungsmöglichkeiten. «Die Skulptur ist im Wortsinne eine...
Ihre blitzeblauen Augen strahlen mit der Sonne um die Wette, ihr Lächeln ist der Liebreiz selbst – aber niemand sollte Gianna Reisen (Newcomerin in tanz 12/17) für ein pflegeleichtes Ballettmädchen halten. Toughe Lady trifft es schon eher, denn anders kann man kaum mit gerade mal 20 Jahren zwei Choreografien für das New York City Ballet (NYCB) hingelegt und eine...
Michael Stolhofer, schlohweiße Haare, die sich ein Leben lang gegen die Ordnung der Friseure aufgelehnt haben, ist ein Mann des entspannten Dialekts. Den Salzburger Zungenschlag pflegt er in einer immer etwas empört klingenden Mundart. Dabei wirkt er sehr charmant. Nie lässt er die Spur eines Ressentiments anklingen. Wenn er erzählt, von Salzburg und seiner...
