Márcia Haydée

Sie war die Muse des Choreografen John Cranko – seine Julia, seine Tatjana, seine Katharina. Und seine Nachfolgerin an der Spitze des Stuttgarter Balletts. Von einer bewegten Karriere erzählt die Tänzerin kurz vor ihrem 80. Geburtstag.

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Márcia Haydée, als Erstes ein Stichwort: Stuttgart. Was verbindet sich für Sie mit der Stadt? Stuttgart steht stellvertretend für meine Heimat, mein Leben, meine Karriere. Hier hat sich alles ereignet. Hier habe ich eine tolle Zeit erlebt. Jedes Mal, wenn ich hierher zurückkehre, spüre ich, wie ich mich verändere. Meine Energie bekommt einen Schub, sobald ich auch nur einen Fuß in das Staatstheater setze – wo ich einst den ganzen Tag verbracht habe.



Woran haben Sie gedacht, als Sie zum ersten Mal von Stuttgart hörten? An Cranko, John Cranko. Er hatte 1958 im Auftrag des Marquis de Cuevas «Cat’s Cradle» choreografiert. Cuevas, das war nicht nur ein Grandseigneur, dem ich mein ganzes Wissen über Tanz verdanke. Cuevas war auch ein Visionär. Schon damals erschöpfte sich sein Interesse nicht in bloßer Klassikerpflege. Er war beständig auf der Suche nach Neuem und arbeitete beispielsweise viel mit Salvador Dalí.

Den Sie auch kennengelernt haben? Ich erinnere mich noch gut an ihn. Als Léonide Massine seinerzeit beim Grand Ballet du Marquis de Cuevas «Mad Tristan» einstudierte, brauchte Dalí jemanden, an dem er ein Kos-tüm abstecken konnte. Ich vermochte stundenlang ohne jede Bewegung zu ...

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Tanz April 2017
Rubrik: Menschen, Seite 16
von Hartmut Regitz

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