Mackie Messer

Brechts 3Groschenfilm

Joachim Lang, Sie bringen Brechts «Dreigroschenoper» ins Kino, aber anders als im Original wird in Ihrem Film ohne Unterlass getanzt. Warum?
Weil Brecht bis heute oft als grauer Dogmatiker herhalten muss. Das Bild ist sicher falsch. Er hat ein Ballett entworfen, «Die sieben Todsünden der Kleinbürger», und er hat ununterbrochen versucht, die Grenzen zwischen den Künsten zu überschreiten. Ein Schlüsselzitat von ihm kommt auch im Film vor, es besagt: Eine Fotografie der Krupp-Werke sagt nichts über die Wirklichkeit der Krupp-Werke.

Darum braucht es eine Kunst, die das Wirkliche durchsichtig macht, durch Theater, Film, Literatur, Musik und eben Tanz. 

Eric Gauthier, Sie haben den Film choreografiert, viele der Tänze erinnern ans Berliner Cabaret der 1920er-Jahre.
Ein paar Szenen, etwa im Puff, sind schon sehr Berlin-style. Es geht um den Schwung, der den Film wie ein Musical antreibt.

Zum Beispiel, wenn der Polizeipräsident über seine Beamten herrscht, die sinnlos Papiere rhythmisch stempeln …
Lang: Das ist eine echte Szene aus der «Dreigroschenoper», die noch nie gespielt wurde. Ich fand sie in den Fragmenten von Brecht. Eine Uraufführung! Im Film gibt es, anders als bei den drei ...

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Tanz August/September 2018
Rubrik: Produktionen, Seite 21
von Arnd Wesemann